Kirchentagsbesucher diskutieren mit Gauck und Nobelpreisträger

Nach einem bunten Straßenfest wollen Zehntausende Kirchentagsbesucher heute in Stuttgart mit Bundespräsident Joachim Gauck und vielen Politikern diskutieren. Zum Auftakt am Mittwochabend herrschte Festival-Atmosphäre in der ganzen Innenstadt.

Nach Angaben der Organisatoren und Behörden feierten rund 250.000 Menschen einen «Abend der Begegnung» mit Musik und Ständen. Auch Bundespräsident Gauck schüttelte beim Straßenfest viele Hände.

Rund 2500 Veranstaltungen umfasst das bis zum Sonntag dauernde Programm des Deutschen Evangelischen Kirchentages. 100 000 Dauerbesucher wollen das Glaubensfest feiern.

Erwartet wird am Donnerstag Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi aus Indien. Er spricht über die Verantwortung von Unternehmen bei der Herstellung von Textilien. Immer wieder prangern Menschenrechtsorganisationen die Arbeitsbedingungen in dem Land an. Außerdem geht es um die Flüchtlingspolitik. Vom Kirchentag soll angesichts vieler Krisen und der Flüchtlingstragödien im Mittelmeer ein Zeichen des Friedens ausgehen.

Bei der Eröffnung am Mittwochabend hatte Bundespräsident Gauck Kirchentage als «Motivationstraining für alle» bezeichnet, «die nicht an den großen Problemen der Zeit vorbeisehen wollen». Armut, Ungerechtigkeit, Friedlosigkeit, Intoleranz und Umweltzerstörung belasteten die Menschen in vielen Teilen der Welt.

Der evangelische Kirchentag wird alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt organisiert, Stuttgart ist zum vierten Mal Gastgeber.