Zittersieg gegen Mainz: VfB schöpft dank Didavi Hoffnung

Der VfB Stuttgart schöpft in seinem Existenzkampf in der Fußball-Bundesliga wieder Hoffnung. Mit einem Verzweiflungsschuss aus mehr als 30 Metern führte Daniel Didavi (66. Minute) den Tabellenletzten zu einem überlebenswichtigen 2:0 (0:0) gegen den FSV Mainz.

Zittersieg gegen Mainz: VfB schöpft dank Didavi Hoffnung
Bernd Weissbrod Zittersieg gegen Mainz: VfB schöpft dank Didavi Hoffnung

Dank des dritten Saisontores des lange verletzten Spielmachers und des Schlusspunkts durch Filip Kostic (79.) verkürzten die Schwaben den Rückstand auf den rettenden 15. Platz auf nur noch einen Punkt. «Es ist immer schön, wenn du am Ende mit drei Punkten weggehst», sagte Trainer Huub Stevens: «Man hat heute einen Schritt gemacht.»

Torhüter Sven Ulreich lobte, wie sich jeder Spieler «aufgeopfert» habe. «So muss es weitergehen, das waren drei Punkte, die wichtig waren, aber wir wollen noch zwei Siege.» In den letzten beiden Zitterduellen gegen die direkten Konkurrenten Hamburger SV und SC Paderborn kann die Stevens-Mannschaft den ersten Abstieg seit 1975 noch abwenden. Trotz einer dürftigen Vorstellung vor 54 300 Zuschauern in der Stuttgarter Arena haben die extrem harmlosen Mainzer den Klassenverbleib praktisch gesichert.

Stevens wechselte nach dem 2:3 beim FC Schalke zweimal. Für Georg Niedermeier und Alexandru Maxim durften Antonio Rüdiger und Didavi von Beginn an ran. Für Spielmacher Didavi war es nach langwierigen Knieproblemen der erste Einsatz in der Anfangsformation seit dem 0:0 am 20. Dezember 2014 gegen den SC Paderborn. Für Vedad Ibisevic indes war kein Platz im Kader.

FSV-Coach Martin Schmidt vertraute nach der Roten Karte gegen Daniel Brosinski beim 1:2 gegen den HSV auf Stefan Bell als rechten Außenverteidiger. Über diese Seite brach aber immer wieder Filip Kostic durch - das erste Mal in der fünften Minute, doch seine Vorlage bekam Didavi in Rücklage nicht mehr unter Kontrolle.

Die Stuttgarter traten keineswegs wie ein potenzieller Absteiger auf. Mit Mumm und Tempo liefen sie gegen die Mainzer Deckung an. Der sehr agile Didavi (16.) feuerte den nächsten Warnschuss ab, ehe er in der 35. Minute aus rund 23 Metern nur den linken Pfosten traf. Zwingend waren die Schwaben jedoch nicht, Rüdiger offenbarte in der Defensive immer wieder Unsicherheiten.

Konsequenz ließen auch die Mainzer vermissen, die offensiv kaum in Erscheinung traten. Ihnen ging es offensichtlich nur noch darum, den Klassenverbleib endlich rechnerisch perfekt zu machen. Vom früheren Stuttgarter Shinji Okazaki, der sich beim FSV zum Goalgetter entwickelt hat, war kaum etwas zu sehen.

Nach dem Wechsel blieb der fünfmalige deutsche Meister vom Neckar am Drücker. Erst Didavi mit einem Kraftakt aus der Distanz sorgte für Erleichterung. Seinen Aufsetzer konnte Lorius Karius nicht abwehren - klarer Torwartfehler. «Ich war ein bisschen zu früh unten und der Ball springt zu weit nach oben. Ist natürlich blöd», räumte der Keeper ein. Unter Applaus wurde Torschütze Didavi hingegen in der 76. Minute schließlich ausgewechselt. Kostic setzte den Schlusspunkt.

Ballbesitz in %: 49,9 - 50,1

Torschüsse: 18 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 58,5 - 41,5

Fouls: 16 - 19

Ecken: 7 - 2

Quelle: optasports.com