Suche nach AirAsia-Opfern: Helfern läuft Zeit davon

Nach dem Absturz der AirAsia-Passagiermaschine läuft den Bergungsmannschaften bei der Suche nach den Opfern die Zeit davon.

In den warmen Gewässern um die Absturzstelle vor Borneo würden die Leichen sehr schnell verwesen, sagte Suyadi Supriyadi vom Rettungsteam der indonesischen Streitkräfte. «Sobald die Leichen verwest sind, wird es sehr schwierig, sie zu identifizieren.»

Die Rettungskräfte konnten offiziellen Angaben zufolge bislang 30 Leichen aus dem Meer bergen. Mindestens fünf der Toten seien noch in ihren Sitzen festgeschnallt gewesen, sagte ein Helfer. Starker Seegang verhinderte in den vergangenen Tagen den Einsatz von Tauchern bei der Suche. Der Passagierjet war am Sonntag aus ungeklärter Ursache mit 162 Menschen an Bord ins Meer gestürzt.

Der Unglücksflug QZ8501 hätte gar nicht stattfinden dürfen. Die Billigfluggesellschaft darf die Route vom indonesischen Surabaya nach Singapur nach Angaben des Verkehrsministeriums in Jakarta nur an vier Tagen pro Woche fliegen - derzeit sind dies Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag. Wegen dieses Verstoßes wurde AirAsia bis auf weiteres die Flugberechtigung für die Unglücksroute entzogen.

Am Freitagabend und Samstag entdeckten Suchmannschaften mehrere große Wrackteile des Airbus A320 in einer Tiefe von etwa 30 Metern. Am Samstagabend sollten Taucher die Wrackteile untersuchen, sagte der Leiter der indonesischen Bergungskräfte, Bambang Sulistyo. «Unsere wichtigste Aufgabe ist, unsere Brüder und Schwestern zu finden, die in diesen Teilen sein könnten.»

Experten zufolge könnte es sich um Teile des Rumpfs und der Tragflächen handeln. Die Suche konzentriert sich auch auf die Flugschreiber, sagte Sulistyo. Diese konnten bislang jedoch nicht geortet werden.

Am Samstag trafen auch zwei russische Flugzeuge im Absturzgebiet ein. Insgesamt waren damit 19 Flugzeuge und 30 Schiffe aus sieben Nationen - darunter Malaysia, Singapur und die USA - an der Suche beteiligt.

Die Gründe für den Absturz sind noch immer unklar. Der Kapitän der Maschine hatte im letzten Funkspruch um eine Kursänderung gebeten, weil er einen Sturm umfliegen wollte. Experten der indonesischen Regierung vermuten, dass Eis die Triebwerke beschädigte, als das Flugzeug in den Sturm geriet.

«Aufgrund der vorliegenden Daten war Wetter der Auslöser», hieß es in einer ersten Analyse der Wetterbehörde. «Am wahrscheinlichsten ist Vereisung.» Dies sei allerdings nur ihre Einschätzung aufgrund der vorliegenden Wetterdaten, keine endgültige Schlussfolgerung, betonten die Meteorologen.