Suche nach EM-Formation: DHB-Frauen testen in Kroatien

Der Kampf um die Stammplätze für die Europameisterschaft beginnt: Zwei Monate vor dem EM-Start treffen die deutschen Handballerinnen beim Testturnier im kroatischen Umag auf den WM-Zweiten Serbien, EM-Co-Gastgeber Kroatien und zum Abschluss auf den WM-Vierten Polen.

Suche nach EM-Formation: DHB-Frauen testen in Kroatien
Harald Tittel Suche nach EM-Formation: DHB-Frauen testen in Kroatien

Bundestrainer Heine Jensen erwartet vom Croatia Cup wichtige Erkenntnisse: «Der EM-Kader steht noch nicht zu 100 Prozent. Das ist also die letzte Chance für alle Spielerinnen, sich zu empfehlen. Danach stehen nur noch zwei Länderspiele Ende November an, wenn der Kader schon feststeht. Das Turnier in Umag ist also der Auftakt für die heiße Phase.»

Kroatien ist auch einer der drei deutschen Vorrundengegner bei der EM, die am 7. Dezember beginnt. Daneben trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Gruppe C in Varazdin auf die Niederlande und Schweden. «Wir wollen in Umag schon in die Detailplanung gehen, aber auch noch viele Varianten testen», sagte Jensen vor der Abreise am Mittwoch.

Erstmals seit mehr als einem Jahr steht ihm sein kompletter Kader zur Verfügung. Im Gegensatz zum letzten Test im September gegen die Schweiz (32:22) sind auch jene Spielerinnen an Bord, die bei ausländischen Vereinen unter Vertrag stehen: Clara Woltering (Podgorica/Montenegro), Susann Müller (Györ/Ungarn) und Anja Althaus (Skopje/Mazedonien). Im November muss Jensen sein vorläufiges Aufgebot nominieren, am 6. Dezember sich auf seine 16 EM-Fahrerinnen festlegen.

Und die Konkurrenz in der Mannschaft ist größer denn je. Schließlich sind in Kapitänin Isabell Klein, Torfrau Katja Schülke (beide nach Schwangerschaften) und Kerstin Wohlbold (nach neunmonatiger Verletzungspause) wieder drei Leistungsträgerinnen mit an Bord, die bei der WM im Vorjahr gefehlt hatten. «Wir können und wollen die Verantwortung auf viele Schultern legen, sind nicht mehr so leicht auszurechnen», sagte Jensen.

Für das Turnier in Umag erhofft sich der Däne gegen «richtig starke Gegner» vor allem eine Steigerung in der Defensive im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2013, als sein Team unglücklich im Viertelfinale ausschied: «Wir brauchen uns nicht zu verstecken und spielen dreimal auf Sieg.» Gelingt dies, wäre es schon ein Fingerzeig in Richtung der EM-Konkurrenz.

Tor: Clara Woltering (Buducnost Podgorica/Montenegro), Katja Schülke (HC Leipzig)

Feld: Marlene Zapf (TuS Metzingen), Svenja Huber (Thüringer HC), Susann Müller (Györi Audi ETO KC/Ungarn), Isabell Klein (Buxtehuder SV), Shenia Minevskaja (TuS Metzingen), Anna Loerper (TuS Metzingen), Kerstin Wohlbold (Thüringer HC), Kim Naidzinavicius (TSV Bayer 04 Leverkusen), Laura Steinbach (Spreefüxxe Berlin), Nadja Nadgornaja (Thüringer HC), Natalie Augsburg (Spreefüxxe Berlin), Angie Geschke (VfL Oldenburg), Anne Müller (HC Leipzig), Anja Althaus (HC Vardar Skopje/Mazedonien)

Reserve: Jana Krause (Thüringer HC), Saskia Lang (HC Leipzig), Franziska Mietzner (Thüringer HC), Xenia Smits (HSG Blomberg-Lippe), Christine Beier (Spreefüxxe Berlin), Anne Hubinger (HC Leipzig), Alexandra Mazzucco (HC Leipzig), Luisa Schulze (HC Leipzig), Julia Behnke (TuS Metzingen)