«Super-GAU» für Mercedes - Crash von Hamilton und Rosberg

Nico Rosberg und Lewis Hamilton zogen den Helm nicht ab, bis sie zum Rapport hinter den Türen des silbernen Mercedes-Trucks verschwunden waren.

«Super-GAU» für Mercedes - Crash von Hamilton und Rosberg
Toni Albir «Super-GAU» für Mercedes - Crash von Hamilton und Rosberg

Vor den Augen von Daimler-Chef Dieter Zetsche ist für das deutsche Werksteam das schlimmste Szenario im Dauer-Giftduell seiner beiden Piloten eingetreten. WM-Spitzenreiter Rosberg und Titelverteidiger Lewis Hamilton schieden nach einem Crash kurz nach dem Start beim Großen Preis von Spanien aus. «Das ist der Super-GAU», sagte Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda beim TV-Sender RTL. «Es ist nicht so, dass man einem ausschließlich die Schuld zuschieben könnte», befand Teamchef Toto Wolff nach der Aussprache: «Eine ganz schwierige Situation für das Team.» Beide Fahrer seien verärgert über die Situation.

Im 62. gemeinsamen Rennen für Mercedes krachte es zwischen den einst als große Kart-Kumpels geltenden Rosberg und Hamilton. Rosberg gelang es mit einem starken Manöver, Pole-Mann Hamilton wie schon in Australien und Bahrain zu überholen. In der ersten Kurve zog Rosberg außen vorbei. Die Gegenattacke ließ nicht lange auf sich warten, Hamilton steht bei einem deutlichen Rückstand von bereits 43 Punkten schon ordentlich unter Druck. Beim Versuch, an Rosberg vorbeizukommen, wurde es eng, zu eng. Vor der vierten Kurve war Schluss auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.

Hamilton geriet aufs Gras und verlor die Kontrolle über den Mercedes. Die beiden Autos kollidierten und rutschten von der Strecke. Hamilton hielt die Hände vors Gesicht und warf anschließend das Lenkrad weg. Das Rennen war für das Silberpfeil-Duo, das sich seit über zwei Jahren ein packendes Duell liefert, beendet. Das Safety-Car kam auf die Strecke. Die beiden Silberpfeile mussten mit dem Abschleppwagen zurück in die Garage gebracht werden. Die Rennleitung untersuchte den Unfall.

Lauda gab Hamilton die Schuld. Das Manöver zu diesem frühen Zeitpunkt sei völlig sinnlos gewesen. «Der, der vorne ist, verteidigt sich. «Der Lewis hätte nie probieren dürfen, dort vorzufahren», urteilte Lauda. «Das Fernsehbild ist nicht ganz klar», sagte Wolff. Ex-Pilot und Sky-Experte Marc Surer machte indes Rosberg für den Crash verantwortlich. «Wenn er (Hamilton) daneben ist, dann darf er die Tür nicht mehr zumachen. Es ist schon brutal, was er da macht.»

Im Truck kam es schon Minuten nach dem Eklat auf der Strecke zur Aussprache. Rosberg, Hamilton, Lauda, Teamchef Toto Wolff - die Führungsebene knöpfte sich die beiden Piloten vor. Stets haben Wolff und Lauda für freie Fahrt der beiden Widersacher plädiert - solange sie nicht dem Team schaden, wie es nun passiert ist.