Symbolische schwarz-rote Versöhnung auf dem Balkon

Der Balkon der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin ist zum Schauplatz schwarz-roter Harmonie geworden. Nach verbalen Keilereien in der vorangegangenen Sondierung brachten sich dort zum Auftakt der dritten Runde einige Spitzenleute von Union und SPD für Fotografen in Stellung.

Symbolische schwarz-rote Versöhnung auf dem Balkon
Kay Nietfeld Symbolische schwarz-rote Versöhnung auf dem Balkon

Da standen CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und plauderten angeregt. Mittendrin: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die in den vergangenen Tagen noch als jene SPD-Frau angesehen wurde, die eine große Koalition mit größter Skepsis sieht. Außerdem soll sie mit CSU-Mann Dobrindt heftig aneinandergeraten sein.

Bei dem Balkon-Auftritt scheint das vergessen. Oder besser: vergeben. Kraft und Dobrindt reichen sich die Hand und strahlen. Ramsauer richtet lachend sein Handy auf sich und Kraft. Und dann steht die Runde mit verschränkten Armen da und blickt in Richtung der großen Kameralinsen. Ihr Gesichtsausdruck: Na, alles im Kasten?

Hinterher bestätigte Dobrindt die symbolträchtige Geste. Unions- Fraktionschef Volker Kauder (CDU) habe während der Verhandlungen in seine Richtung und die von Kraft gesagt: «Ihr könntet Euch doch jetzt mal aussöhnen.» Darauf habe Kraft geantwortet: «Wir haben's doch längst gemacht, auf dem Balkon», erzählte Dobrindt. «Ich habe dazu geschwiegen, aber es stimmt.»