Synodenbericht klammert Homosexualität weitgehend aus

Für zivil wiederverheiratete Geschiedene könnte es in der katholischen Kirche bescheidene Verbesserungen geben. Mit Spannung wurde am Samstag in Rom das Abschlussdokument der dreiwöchigen Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie erwartet, über das die 270 Synodenväter abstimmten.

Das Thema des Umgangs mit Homosexuellen, ein weiterer brisanter Punkt der Beratungen, dürfte in dem Dokument weitgehend ausgeklammert bleiben.

«Sie werden nicht viel zur Homosexualität finden», sagte der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn am Mittag vor der Presse in Rom. Das bedeute aber nicht, dass dies in Europa oder Nordamerika kein Thema für die Kirche sei. Aber auf Ebene einer Universalsynode müsse man die unterschiedlichen politischen und kulturellen Situationen auf der Welt respektieren, sagte Schönborn mit Blick auf andere Kontinente.

Zum Thema der zivil wiederverheirateten Geschiedenen, die in der katholischen Kirche von der Kommunion ausgeschlossen sind, nannte Schönborn als «Schlüsselwort» in seinen auf Italienisch gehalten Ausführungen das Wort «discernimento», also Unterscheidungsvermögen. «Es gibt kein Schwarz oder Weiß, kein einfaches Ja oder Nein», ergänzte er. Die Situation eines jeden Paares sei verschieden. Die von Schönborn geleitete deutsche Sprachgruppe spricht sich in ihrem Zwischenbericht für die Zulassung zivil wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten in Einzelfällen und über den «Weg der Besinnung und der Buße» aus.

Der brasilianische Kardinal Raymundo Damasceno Assis, einer der Vizepräsidenten der Synode, hob die gute Arbeit der Sprachgruppen hervor. Es hatte insgesamt 13 solcher Gruppen gegeben, eine auf Deutsch, die übrigen zwölf verteilt auf Italienisch, Spanisch, Englisch und Französisch. Am Ende gab es zum Vorbereitungsdokument der Synode 1355 Änderungsvorschläge, die in den Abschlussbericht eingearbeitet wurden. Hinter verschlossenen Türen mussten die Synodenväter am Samstag einzeln über jeden der 94 Abschnitte des Dokuments abstimmen. Vatikansprecher Federico Lombardi zeigte sich zuversichtlich, dass der Text veröffentlicht wird.

Die Synode hat anders als ein Konzil nur beratende Funktion. Das letzte Wort dazu hat Papst Franziskus, der entscheidet, was er von den Vorschlägen der Bischöfe in Kirchenrecht umsetzt. Am Samstag veröffentlichten die Synodenteilnehmer auch eine gemeinsame Erklärung zur Situation in Afrika, der Ukraine und im Nahen Osten. Darin verurteilen sie Krieg, Gewalt und Verfolgung in den Regionen und rufen zu gemeinsamen Anstrengungen für den Frieden auf.