Syrien-Konflikt drückt deutsche Aktien tief ins Minus

Die Sorge um eine Eskalation des Konfliktes in Syrien hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Auch überraschend positive Konjunkturdaten aus Deutschland hellten die Stimmung der Anleger nicht auf.

Der Dax fiel bis zum Handelsschluss um 2,28 Prozent auf 8242,56 Punkte. Für den MDax ging es um 1,97 Prozent auf 14 517,48 Punkte nach unten und der TecDax büßte 2,37 Prozent auf 1021,03 Punkte ein.

Die USA könnten nach Informationen des US-Senders NBC bereits ab diesem Donnerstag mit Raketenangriffen auf Syrien beginnen. Das hätten namentlich nicht genannte ranghohe Regierungsbeamte in Washington mitgeteilt, berichtete die NBC. Wegen der Verunsicherung durch den drohenden Militärschlag gegen Syrien zögen sich viele Investoren trotz eines guten deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex zurück, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets.

Unterdessen ist die Stimmung der deutschen Wirtschaft so gut wie seit knapp eineinhalb Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich im August bereits zum vierten Mal in Folge. Die deutsche Wirtschaft gewinnt an Schwung, kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank. Der Anstieg des Konjunkturbarometers ergänze die insgesamt soliden Wirtschaftsdaten der vergangenen Wochen.

Besonders deutlich litten Luftfahrt- und Touristikwerte unter den Syrien-Ängsten und einem daraus resultierenden Ölpreisanstieg. Die Aktien der Lufthansa büßten als einer der schwächsten Titel im Dax mehr als dreieinhalb Prozent ein. Tui-Papiere sackten als Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte sogar um 6,63 Prozent ab.

Die Anteilsscheine von K+S waren mit plus 0,42 Prozent einer von nur zwei Gewinnern im deutschen Leitindex. Wie schon zum Wochenauftakt profitierten sie Händlern zufolge vom offenbar eskalierenden Kalidünger-Streit zwischen Weißrussland und dem russischen Kaligiganten Uralkali. Hintergrund ist der überraschende Ausstieg von Uralkali aus einer Vertriebspartnerschaft mit dem weißrussischen Unternehmen Belaruskali. Der Schritt hatte Ende Juli Spekulationen über einen scharfen Kali-Preisrutsch ausgelöst. Nun hofften einige Anleger offenbar darauf, dass es nicht so weit komme, sagte ein Analyst. Hinter K+S folgten die Anteilsscheine von Lanxess mit einem Aufschlag von 0,15 Prozent.

Die anderen wichtigen Börsen in Europa zeigten sich ebenfalls mit Verlusten. Der EuroStoxx 50 schloss 2,56 Prozent niedriger bei 2749,27 Punkten. Der Pariser Cac 40 sackte ähnlich deutlich ab. Für den FTSE 100 in London ging es nicht ganz so stark nach unten. In den USA notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund ein halbes Prozent schwächer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,60 Prozent am Montag auf 1,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 132,52 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,45 Prozent auf 140,64 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro kletterte bis zum europäischen Börsenschluss auf 1,3389 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,3338 (Vortag: 1,3361) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7497 (0,7485) Euro.