Syriens Opposition wirft Regime neue Massaker vor

Syrische Regierungssoldaten sollen nach Angaben der Opposition im Großraum Damaskus ein weiteres Massaker verübt haben. Die Soldaten - unter ihnen auch irakische schiitische Milizionäre - hätten rund 130 Männer in der Nähe der Ortschaft Al-Dhijabija getötet.

Syriens Opposition wirft Regime neue Massaker vor
Sana / Handout Syriens Opposition wirft Regime neue Massaker vor

Das sagte der Sprecher der Freien Syrischen Armee, Luai al-Mekdad, der Nachrichtenagentur dpa. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, das «neue Massaker» zu untersuchen.

Der Leiter der syrischen Menschenrechtsbeobachter in London, Rami Abdel Rahman, hatte zunächst keine genauen Informationen über den Vorfall. Die syrische Armee habe die Gegend gestürmt, sagte er. Es gebe aber noch keine weiteren Erkenntnisse. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete indes erneut «Säuberungsaktionen gegen Terroristen» in der Region.

Erst am Freitag hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) syrischen Rebellengruppen vorgeworfen, sie hätten im August mehr als 190 Zivilisten getötet und Hunderte Geiseln genommen. Die Täter gehörten zu islamistischen Organisationen, darunter die Al-Nusra-Front und die Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien. Am 4. August griffen demnach mehrere Rebellengruppen etwa zehn Dörfer der alawitischen Minderheit in der nordsyrischen Küstenregion Latakia an.

Im Syrienkonflikt sind seit März 2011 nach UN-Angaben mehr als 100 000 Menschen getötet worden. Mitarbeiter der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) arbeiten derzeit in dem Land an der Vernichtung des C-Waffenarsenals. Die OPCW wurde am Freitag mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.