Syrische Exilopposition bildet Übergangsregierung

Die syrische Exilopposition hat nach einer Marathonsitzung eine Übergangsregierung gewählt. Wie Angehörige der Nationalen Syrischen Allianz am Tagungsort in Istanbul berichteten, wurden unter anderem ein Verteidigungsminister und ein Finanzminister bestimmt.

Die Ressorts Gesundheit, Bildung und Inneres blieben unbesetzt und sollen bis zum nächsten Treffen der Allianz Mitte Dezember von anderen Regierungsmitgliedern übernommen werden.

Die Übergangsregierung unter Ministerpräsident Ahmed Tumah soll sich um die von Rebellen beherrschten Gebiete Syriens kümmern. Allerdings haben in einigen dieser Gebiete inzwischen radikale Islamisten das Sagen. Diese erkennen die Autorität des Oppositionsbündnisses, das seinen Sitz in Istanbul hat, nicht an.

Die regierungskritische Website «Zaman al-Wasl» berichtete unterdessen, sechs Rebellenbrigaden hätten in der Stadt Aleppo zu den Waffen gerufen. Die Brigaden, zu denen auch die radikalislamistische Al-Nusra-Front gehöre, hätten den männlichen Bewohnern der von ihnen beherrschten Viertel 24 Stunden Zeit gegeben, sich für den Kampf zu melden. Zuvor hätten sie bereits eine nächtliche Ausgangssperre von 21.00 Uhr bis 7.00 Uhr angeordnet.