Syrische Opposition wirft UN-Vermittler Parteilichkeit vor

Der Chef des wichtigsten syrischen Oppositionsbündnisses, Chaled Chudscha, hat UN-Vermittler, Staffan der Mistura, Parteilichkeit vorgeworfen.

De Mistura habe sich die «iranische Agenda» zu eigen gemacht, sagte der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition der arabischen Tageszeitung «Al-Sharq Al-Awsat». Iran ist neben Russland der wichtigste Verbündete des syrischen Regimes und setzt Kämpfer im Bürgerkriegsland ein.

Die Opposition werde bei den Friedensgesprächen in Genf keine Verhandlungen mit dem Regime führen, bevor nicht ihre humanitären Forderungen erfüllt seien, erklärte Chudscha weiter. Dazu zählte er das Ende von Blockaden durch die syrische Armee sowie die Freilassung von Gefangenen.

Die Nationale Syrische Koalition mit Sitz in Istanbul gehört zu dem in Riad ansässigen Hohen Verhandlungskomitee der Regimegegner. Dieses hatte sich am Freitagabend nach langem Zögern entschieden, zu den Friedensgesprächen nach Genf zu reisen. Das Komitee erklärte, die Entscheidung sei gefallen, nachdem es zuvor Garantien der USA und Saudi-Arabiens gegeben habe.

Die Delegation flog mittlerweile aus Riad ab und soll am Samstag in der Schweiz eintreffen, wie Ahmed Ramadan, ein Sprecher der Opposition, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Aus Kreisen der Regimegegner hieß es, zu der Delegation gehörten 15 Unterhändler.

In der Schweiz wollen die Vertreter der Opposition zunächst nur mit de Mistura sprechen. Der UN-Sondervermittler hatte die lang erwarteten Friedensgespräche am Freitag begonnen und zunächst eine Vertretung der syrischen Regierung getroffen. Die Gespräche sollen den fünfjährigen Bürgerkrieg in Syrien beenden.