Syrische Staatsmedien: Dutzende fliehen aus umkämpftem Aleppo

Über die Lage in der von syrischen Regierungstruppen belagerten Stadt Aleppo gibt es widersprüchliche Angaben.

Syrische Staatsmedien: Dutzende fliehen aus umkämpftem Aleppo
Str Syrische Staatsmedien: Dutzende fliehen aus umkämpftem Aleppo

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass heute Dutzende Familien die abgeriegelten Rebellenviertel im Osten der Metropole über die eingerichteten Fluchtkorridore verlassen hätten. Zahlreiche Aufständische hätten zudem ihre Waffen niedergelegt und sich der syrischen Armee ergeben.

Ein Sprecher der Opposition in Aleppo wies diese Berichte als falsch zurück. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London konnte bislang auch nicht bestätigen, dass Anwohner aus Aleppo geflohen seien. Lediglich am Freitag hätten zwölf Personen die Viertel verlassen, bevor Rebellengruppen Straßensperren errichtet hätten. Bewohner der abgeschnittenen Viertel bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass Rebellen am Samstag flüchtende Menschen zurückgewiesen hätten. Als Begründung hätten sie angegeben, dass die humanitären Korridore nicht sicher seien.

Vor gut zwei Wochen hatten die syrische Armee und ihre Verbündeten die letzte Versorgungsroute in die Rebellenviertel von Aleppo gekappt. Internationale Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe. Nach Schätzungen der UN sind zwischen 250 000 und 300 000 Menschen in Aleppo eingeschlossen.