Syriza und Rechtspopulisten wollen wieder koalieren

Nur wenige Stunden nach dem Ende der Wahl in Griechenland hat sich das Linksbündnis Syriza offensichtlich bereits mit den Rechtspopulisten auf eine neue Koalition verständigt.

Syriza und Rechtspopulisten wollen wieder koalieren
Yannis Kolesidis Syriza und Rechtspopulisten wollen wieder koalieren

Ex-Ministerpräsident Tsipras habe sich mit dem Vorsitzenden der Unabhängigen Griechen (Anel), Kammenos, geeinigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Syriza-Kreisen.

Nach einem ersten inoffiziellen Zwischenergebnis liegt das Bündnis der radikalen Linken unter Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras deutlich vorn. Die Syriza kommt nach Auszählung von knapp 29 Prozent der Stimmen auf 35,3 Prozent, die ND auf 28,1 Prozent. Drittstärkste Kraft wäre demnach die rechtsradikale Goldene Morgenröte mit 7,2 Prozent.

Nach der Parlamentswahl in Griechenland hat der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, seine Niederlage eingeräumt. «Ich gratuliere Herrn (Alexis) Tsipras und fordere ihn auf, seine Regierung zu bilden», sagte er im griechischen Fernsehen.

Für eine absolute Mehrheit wären 151 der 300 Sitze des Parlaments notwendig. Syriza kommt nach dem Zwischenergebnis auf 144 Mandate, die ND auf 75 und die Goldene Morgenröte auf 20. Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar), die für die Wahl ein Bündnis gebildet hatten, hätten demnach 17 Sitze, die Kommunisten 15. Die Partei der politischen Mitte To Potami liegt bei 10 Mandaten, die Unabhängigen Griechen ebenfalls bei 10 und die Zentrumsunion bei 9.

Die Neuwahl war nötig geworden, weil Tsipras am 20. August seinen Rücktritt als Ministerpräsident erklärt hatte - um die Gegner in der eigenen Partei loszuwerden und sich ein stabiles Mandat der Wähler zu sichern. Die Syriza hatte sich über die den Gläubigern zugesagte Sparpolitik gespalten. Der Ableger, die Volkseinheit (Lae), wären dem Zwischenergebnis zufolge nicht im Parlament. Sie kommen auf 2,8 Prozent der Stimmen.