Tadschikistans Dauerherrscher Rachmon lässt sich wieder wählen

Unter Ausschluss der Opposition lässt sich in der autoritären Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan Präsident Emomali Rachmon nach mehr als 20 Jahren an der Macht erneut wählen.

Tadschikistans Dauerherrscher Rachmon lässt sich wieder wählen
Ulf Mauder Tadschikistans Dauerherrscher Rachmon lässt sich wieder wählen

Der 61-Jährige, der das Hochgebirgsland in Zentralasien seit 1992 führt, strebt bei der heutigen Abstimmung eine Amtszeit von weiteren sieben Jahren an. Offiziell sind die rund vier Millionen Wahlberechtigten aufgerufen, einen Staatschef unter insgesamt sechs Kandidaten zu bestimmen. Die Mitbewerber gelten allerdings als glühende Unterstützer Rachmons, der das islamisch geprägte Land an der Grenze zu China und Afghanistan mit harter Hand führt.

Die Opposition bestehend aus der Partei der Islamischen Wiedergeburt und der Sozialdemokratischen Partei hat zu einem Wahlboykott aufgerufen. Ihre Kandidatin, die Menschenrechtlerin Ojnichol Bobonasarowa, hatte aus formellen Gründen keine Zulassung erhalten.

Kandidaten müssen etwa 210 000 Unterschriften von Unterstützern einreichen, was für ein Land dieser geringen Größe als sehr hohe Hürde gilt. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben bisher noch keine Abstimmung in dem auf Entwicklungshilfe angewiesenen Staat als demokratisch anerkannt.