Tag der offenen Tür: Bundesregierung lockt Tausende Besucher

Mitten in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs hat die Regierung in Berlin den Bürgern wieder Einblick in ihre Machtzentrale gewährt.

Zum 15. Tag der offenen Tür kamen am Samstag bei viel Sonne zahlreiche Menschen, um das Kanzleramt, das Bundespresseamt und die Ministerien zu besuchen.

Wie immer zog vor allem das Bundeskanzleramt die Menschen an - eine lange Warteschlange war die Folge. Wer drinnen war, konnte etwa die Galerie der Kanzler-Porträts, die großen Konferenzräume oder einen im Garten platzierten Hubschrauber der Bundespolizei bestaunen.

Zu den Höhepunkten der zweitägigen Veranstaltung zählt der für diesen Sonntag geplante Rundgang mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Aber auch zehn Minister wollten selbst ihre Häuser zeigen und rollten dafür den Roten Teppich aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dankte bei der Gelegenheit Fluthelfern für ihren Einsatz beim Juni-Hochwasser und überreichte ihnen Medaillen. Er sagte, es sei schön gewesen zu sehen, was die Leute interessiere. «Sonst sehe ich ja immer nur, was die Journalisten interessiert, und das muss ja nicht immer deckungsgleich sein.»

Im Haus der Bundespressekonferenz (BPK) konnten Bürger Journalisten spielen und den versammelten Ministeriums- und Regierungssprechern Fragen stellen. «So voll wie heute ist der Saal eigentlich nur, wenn die Kanzlerin da ist, ein Koalitionsvertrag unterschrieben oder eine rechtsextremistische Mordserie publik wird», sagte ein BPK-Sprecher.

Dann ging es los mit Fragen - vom NSA-Ausspähskandal bis hin zu Syrien. Viele interessierten sich für die Arbeitsweise der Bundespressekonferenz, in der die meisten Hauptstadtkorrespondenten organisiert sind.

Bis zum Sonntagabend wird beim Tag der offenen Tür mit mehr als 125 000 Besuchern gerechnet. So viele waren 2012 gekommen - in den Jahren davor waren es teils noch deutlich mehr gewesen.