«Take Me (I’m Yours)»: Mitnehm-Schau in Paris

Kleider von Christian Boltanski oder Postkarten von Hans-Peter Feldmann: Wer wollte noch nie ein Kunstwerk mit nach Hause nehmen?

«Take Me (I’m Yours)»: Mitnehm-Schau in Paris
Sabine Glaubitz «Take Me (I’m Yours)»: Mitnehm-Schau in Paris

Unter dem Titel «Take Me (I’m Yours)» können sich Besucher im Museum Monnaie de Paris derzeit großzügig bedienen. Mehr als 40 Künstler nehmen an der bis zum 8. November dauernden Ausstellung teil, durch die man mit braunen Papiertüten schlendert - um sie mit Ansteckern von Gilbert & George zu füllen oder mit Hostien des Thailänders Rirkrit Tiravanija.

Die Mitnehm-Schau mokiert sich über Kunst und ihren Markt und macht deren Demokratisierung zum Thema. Kunst sei heute zu einer Art Relikt geworden, erklärte Boltanski. Nur weil sich Gegenstände in Museen finden, würden sie für viele wertvoll und zu einer Art Heiligtum. Der 71-jährige Franzose schafft Installationen aus persönlichen Gegenständen von unbekannten oder verstorbenen Personen, wie Kleiderberge, in denen die Besucher nun auf der Suche nach einer passenden Jeans oder Bluse wühlen. Seine Arbeiten, so wie die der anderen Künstler auch, werden zum Teil auf dem Kunstmarkt zu hohen Preisen gehandelt.

Die blauen Minzbonbons des Spaniers Felix Gonzalez-Torres oder die Eiffelturm-Ansichtskarten des deutschen Starkünstlers Hans-Peter Feldmann kommen kostenlos in die braune Shopping-Tüte. Die Luftkapseln der Künstlerin und John Lennon-Witwe Yoko Ono rollen aus einem Kaugummiautomaten - für nur 50 Cent.