Tauber: CDU setzt auf Geschlossenheit mit CSU bei Flüchtlingsthema

Die CDU setzt zum Besuch von CSU-Chef Horst Seehofer bei ihrem Parteitag in Karlsruhe auf ein Signal der Einigkeit - auch gegen eine Flüchtlings-Obergrenze.

«Wir hoffen, dass deutlich wird: die Union steht geschlossen in dieser Frage», sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Rande des CDU-Kongresses, der am Dienstag fortgesetzt wurde. «Wir haben ja vieles von dem, was wir gestern hier beschlossen haben, vorher auch mit der CSU gemeinsam erarbeitet. Und die Gemeinsamkeiten zu betonten, ist sicherlich nicht das Schlechteste.»

Auf die Frage, wie die CDU Seehofer begrüßen werde, sagte Tauber: «Wir haben gestern viel über deutsche Leitkultur geredet auf dem Parteitag. Und nach unserem Verständnis ist es Teil deutscher Leitkultur, Gäste freundlich zu begrüßen. Und das werden wir auch mit Horst Seehofer tun.» Zur Forderung Seehofers nach einer Obergrenze sagte Tauber: «Die CDU hat das für sich klar entschieden. Wir wollen die Zahl der Flüchtlinge reduzieren, aber wir glauben eben nicht, dass die Obergrenze dazu ein hilfreiches Instrument ist.»

Die CSU setzt sich für eine national festzulegende Höchstzahl ein. Merkel lehnt dies ab und bekam am Montag für ihre Haltung eine überwältigende Zustimmung der CDU-Delegierten. Beim CSU-Parteitag vor gut drei Wochen hatte die CDU-Chefin die CSU mit dieser Forderung abblitzen lassen. Seehofer kanzelte sie daraufhin auf offener Bühne ab.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, sagte dazu: «Das war natürlich keine Sternstunde bayerischer Gastfreundlichkeit, die der Kanzlerin zuteil wurde auf dem CSU-Parteitag. Aber erstens sind wir gut gelaunt und zweitens ist es auch nicht unsere Art, irgendwie Rache zu üben.»