Tauch-Legende Moltschanowa im Mittelmeer vermisst

Drama um die Tauch-Legende Natalia Moltschanowa: Die russische Weltklassetaucherin wird seit mehreren Tagen im Mittelmeer vermisst. Eine Experteneinheit von Tauchern der spanischen Polizei stellte die Suche nach der 53-Jährigen ergebnislos ein.

Die mehrfache Weltmeisterin und Rekordhalterin war nach Angaben ihrer Familie und des internationalen Apnoe-Tauchverbands Aida am vorigen Sonntag bei der spanischen Ferieninsel Formentera nach einem Tauchgang nicht an die Oberfläche zurückgekehrt. Taucher der Polizei suchten seither vergeblich nach der spurlos verschwundenen Russin.

Es bestehe praktisch keine Aussicht mehr, dass die Taucherin lebend gefunden werde, berichtete die Zeitung «Diario de Mallorca». Bei der Suche wurde auch ein Spezialunternehmen eingeschaltet, das einen Unterwasser-Roboter einsetzte, der in große Tiefen vordringen konnte. Die Firma stellte nach Angaben der Polizei die Unterwassersuche ebenfalls ein.

Die Guardia Civil (Zivilgarde) kündigte an, sie werde in den nächsten Tagen noch mit zwei Booten darüber wachen, ob der Körper der Taucherin an die Oberfläche gelange oder an die Küste geschwemmt werde. Die Familie der Russin und der Taucher-Verband Aida teilten in einem gemeinsamen Kommuniqué mit, Moltschanowa habe bei Formentera in Tiefen von 30 bis 40 Metern getaucht. Dort sei sie möglicherweise in eine starke Unterwasserströmung geraten.

Die Russin gilt als die beste Freitaucherin der Welt. Wie auf ihrer Homepage nachzulesen ist, hält sie 41 Weltrekorde und hat bei Weltmeisterschaften 23 Goldmedaillen gewonnen. Zu ihren Rekorden zählte, dass sie neun Minuten die Luft anhalten und mit Flosse bis zu 101 Meter tief tauchen konnte.