Tausende verlieren ihren Job bei der Deutschen Bank

Bei seinem ersten Auftritt als Deutsche-Bank-Chef verkündet John Cryan harte Einschnitte und begründet dies damit, den Konzern wieder auf Erfolgsspur führen zu wollen. Die Gewerkschaft hat sich bereits eingeschaltet.

Fredrik von Erichsen John Cryan, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank

"Wir haben uns klare Ziele gesteckt, an denen wir uns messen lassen", sagte der neue starke Mann des Dax-Konzerns bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Frankfurt. An der Börse überzeugte Cryans Plan zunächst nicht: Die Aktie verlor bis zum frühen Nachmittag rund sechs Prozent.

Konzernweit will die Deutsche Bank künftig mit gut 25.000 Stellen weniger auskommen - etwa einem Viertel weniger als die zuletzt über 100.000. Im eigenen Haus werden unter dem Strich 9000 Arbeitsplätze abgebaut, 4000 davon im Heimatmarkt Deutschland. Wie stark der Stellenabbau die einzelnen Sparten treffen wird, führte das Management nicht aus.

Noch der alte Vorstand hatte im April beschlossen, bis Ende 2017 etwa 200 der 700 eigenen Filialen zu schließen. Dies werde vor allem Ballungsräume treffen, erklärte der neue Privatkundenchef Christian Sewing: "Wir werden weiterhin mit über 500 Filialen in Deutschland präsent sein und damit die Fläche sehr gut abdecken."

Erheblich schrumpfen wird die Belegschaft des Dax-Konzerns zusätzlich über den Verkauf von Beteiligungen - vor allem durch die ebenfalls bereits im April beschlossene Trennung von der Postbank. Dies verringert den Mitarbeiterstamm um etwa 20.000 Vollzeitkräfte. Insgesamt wird der Mitarbeiterstamm des Deutsche-Bank-Konzerns somit bis 2018 um ein Viertel auf etwa 77.000 Vollzeitkräfte schrumpfen.

"Ich versichere ihnen, dass wir diesen Stellenabbau auf eine faire Art und Weise in Rücksprache mit unseren Betriebsräten vornehmen werden", sagte Cryan. Die Gewerkschaft Verdi, deren Chef Frank Bsirske im Deutsche-Bank-Aufsichtsrat sitzt, mahnte zu einem sozialverträglichen Umbau: "Wir erwarten, dass für die Dauer des Umbaus betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden."