Taxistreik gegen «Uberisierung» in Frankreich

Französische Taxifahrer haben erneut gegen die aus ihrer Sicht unfaire Konkurrenz von Chauffeur-Diensten protestiert, wie sie beispielsweise vom Anbieter Uber vermittelt werden.

Taxistreik gegen «Uberisierung» in Frankreich
Christophe Petit Tesson Taxistreik gegen «Uberisierung» in Frankreich

Auf der Pariser Stadtautobahn blockierten Fahrer zeitweise den Verkehr und zündeten Reifen an. Die Polizei ging dort mit Tränengas gegen Demonstranten vor, wie ein Sprecher bestätigte. Auch um die zwei großen Pariser Flughäfen kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Taxifahrer sehen sich wirtschaftlich in die Enge gedrängt.

Der Konflikt schwelt schon lange. Taxis brauchen in Frankreich Lizenzen, die knapp sind und deshalb unter den Fahrern teils für sechsstellige Beträge weiterverkauft werden. Sie sehen ihre Existenz in Gefahr, seit Anbieter wie Uber, Chauffeur-Privé und Allocab Fahrten als Chauffeur-Dienste über Handy-Apps vermitteln, für die sie keine Taxi-Lizenz benötigen.

Bei einer Kundgebung am westlichen Stadtrand von Paris forderten Taxifahrer auf Spruchbändern unter anderem das «Ende der Anarchie im Personentransport». «Die europäischen Taxis sagen Nein zur Uberisierung der Wirtschaft», hieß es an anderer Stelle. Premierminister Manuel Valls empfing am Mittag Vertreter der Taxi-Branche. «Aber Gewalttaten sind unzulässig, keine Sache kann solche Gewalt rechtfertigen», mahnte er zuvor.

Der französische Sender iTélé berichtete am Dienstag unter Berufung auf die Polizeipräfektur von 20 Festnahmen im Zusammenhang mit den Protesten. Ein Taxifahrer sei verletzt ins Krankenhaus gekommen, nachdem er bei einer Aktion nahe dem Flughafen Orly angefahren wurde. Auch im vergangenen Jahr war es bei landesweiten Taxi-Protesten zu gewaltsamen Übergriffen gekommen.

«Die französischen Taxifahrer verteidigen ein ungerechtfertigtes Monopol», kritisierte Jens Wohltorf, Chef des Anbieters Blacklane, der auch in Paris seinen Limousinen-Service betreibt. «Kunden haben das Recht, aus einer Vielzahl an Mobilitätsalternativen auswählen zu dürfen und sich auf einen sicheren Transport verlassen zu können.» Mehrer Fahrdienstvermittler hatten im Vorfeld des Streiks eine Petition verschickt, in der eine Vereinfachung der Regeln für Chauffeur-Dienste gefordert wird. Wenn die Taxifahrer sich durchsetzten, bedeute dies das Ende der Fahrdienst-Apps, warnten sie.

Die neuen Angebote sorgen in vielen Ländern für Unmut bei Taxifahrern, auch in Deutschland. In Frankreich war die Regierung gegen den Dienst UberPop vorgegangen, bei dem Fahrdienste von Privatleuten ohne Taxi- oder Chauffeurslizenz vermittelt wurden - Uber stellte diesen Dienst nach Protesten weltweit inzwischen weitgehend ein. Ein im Oktober 2014 verabschiedetes Gesetz über Taxi- und Chauffeur-Fahrdienste wird nach Ansicht der Taxifahrer nicht konsequent genug kontrolliert.