Teamchef weg, Zoff unterm Dach: Caterham vor dem Aus?

Der Formel 1 droht drei Rennen vor Saisonende das vorzeitige Aus von Caterham. Der Zoff zwischen den Käufern und dem ehemaligen Besitzer des Teams ist eskaliert.

Ein paar Wochen nach seiner Amtsübernahme ist Manfredi Ravetto als Teamchef schon wieder Geschichte, in Leafield wurde sogar die Fabrik vorübergehend geschlossen. Nichts scheint mehr bei dem Letzten der Konstrukteurswertung zu gehen. Ein Start beim Großen Preis der USA in gut einer Woche ist mehr als fraglich.

«Es ist besser, wenn sie gehen. Ich möchte keine Leute, die mit einer Bettelschale umherlaufen», sagte Bernie Ecclestone laut der englischen Boulevardzeitung «The Sun» noch bevor sich Käufer und Verkäufer öffentlich attackierten. «Wenn du etwas kaufst, solltest du auch dafür bezahlen. Ganz einfach», schrieb Vorbesitzer und Ex-Teamchef Tony Fernandes via Twitter. Eine Pressemitteilung des Rennstalls, in der vor allem er angeprangert wurde, bezeichnete er beim britischen Sender BBC gar als «Müll».

Fernandes hatte sich mit einer Investmentgruppe namens Engavest SA am 29. Juni über den Verkauf des Teams geeinigt. Wer genau hinter dem Konsortium steht, ist bis heute ungeklärt. In dem Statement warfen die neuen Besitzer dem alten Besitzer vor, sich seit der Einigung geweigert zu haben, die notwendigen rechtlichen Verpflichtungen einzugehen, um die Anteile dem Käufer zu übertragen. «Nach drei Monaten, in denen das Caterham F1 Team in gutem Glauben geführt wurde, sieht sich der Käufer nun gezwungen, alle Möglichkeiten zu sondieren, dazu zählt auch ein Rückzug des Management Teams», hieß es in der Mitteilung.

Kurz danach twitterte der bisherige Teamchef Ravetto ein Selfie, im Hintergrund die Crew des Rennstalls bei einem Grand-Prix-Wochenende. Über dem gemeinsamen Foto standen die Worte geschrieben: «Stolz, so eine außergewöhnliche Gruppe Menschen geführt zu haben, wenn auch nur für wenige Wochen!»

Ravetto hatte den Posten erst Anfang September vom Niederländer Christijan Albers übernommen. Dieser hatte gerade mal fünf Rennen durchgehalten. Unter seiner Führung hatte auch der deutsche Sportwagen-Pilot André Lotterer einen (zumindest) medien- und PR-wirksamen Formel-1-Auftritt gefeiert, als er beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps beim Freitagstraining einen Caterham fahren durfte.

Die Spekulationen um die großen finanziellen Probleme des Rennstalls halten sich schon lange. In Sotschi versuchte Ravetto zuletzt in einer ausführlichen Pressekonferenz Zweifel an einem Fortbestand des Teams zu zerschlagen. Nun ist aber in Caterham Sports Limited auch noch ein Zulieferer insolvent. Das Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen kümmert sich nun um die Abwicklung und sperrte offensichtlich erstmal die Tore auch zu der Fabrik des Rennstalls zu, der rechtlich noch dem «1Malaysia Racing Team» (1MRT) zu gehören scheint.