Techno-DJ Boys Noize hat Erfolg in den USA

Alexander Ridha hat das geschafft, wovon viele deutsche Musiker träumen: er hat sich in den USA etabliert und viele Auftritte in Chicago, Washington oder San Francisco.

Techno-DJ Boys Noize hat Erfolg in den USA
Steve C Mitchell

Als Boys Noize ist der Techno-DJ aber nicht nur beim US-Publikum beliebt. Er arbeitet auch mit vielen internationalen Musikgrößen zusammen. Warum der Berliner den Vergleich mit Kraftwerk nicht mag und wie es bei US-Superstar Snoop Dogg zu Hause aussieht, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa am Rande des Festivals «Rock im Park» in Nürnberg.

Mit Blick auf Ihren Terminkalender scheinen Sie öfter in den USA aufzulegen als in Deutschland. Viele sehen Sie beim Erfolg in Übersee in einer Reihe mit Rammstein oder Kraftwerk.

Boys Noize: «Ich würde das überhaupt nicht so sehen. Es stimmt, dass ich viel auch im Ausland spiele. Ich bin natürlich auch glücklich, dass das alles so ist. Aber mich auf ein Level wie Kraftwerk zu stellen, dass finde ich total übertrieben. Kraftwerk sind einfach Legenden und haben ja wirklich die Musik verändert. Ich glaube nicht, dass ich meine Musik als verändernd bezeichnen würde.»

Aber welcher Deutsche hat schon dauerhaft Erfolg in Amerika?

Boys Noize: «Das stimmt auf jeden Fall, wahrscheinlich bin ich schon eine Ausnahme. Das liegt aber auch daran, dass meine Musik von Anfang an nie etwas speziell mit einem Land zu tun hatte. Das ist halt Musik für DJs: ein DJ kann in Malaysia sein oder in London oder weiß ich nicht wo und seine Musik spielen. Mir geht's ja in meiner Musik nicht um Sprache.»

Nicht nur das US-Publikum, auch amerikanische Stars sind Fans von Ihnen. Wie kam es dazu, dass Rapper Snoop Dogg auf ihrem aktuellen Album «Out of the Black» dabei ist?

Boys Noize: «Ich hatte damals einen offiziellen Remix für ihn gemacht - so 2009, 2010 war das. Zur selben Zeit hatte ich auch Twitter entdeckt und dann war das erste, was ich auf Twitter gemacht hab, ihn anzuschreiben. Ich habe dann gefragt, ob er meinen Remix kennt. Er hat direkt geantwortet und meinte "Joa, find ich super, schick mal mehr Beats". Und dann habe ich seinem Management über Jahre Musik geschickt. Irgendwie habe ich es dann geschafft, ihn zu treffen. Wir waren bei ihm zu Hause und haben was aufgenommen.»

Wie sieht es bei Snoop Dogg zu Hause aus?

Boys Noize: «Der hat bestimmt auch noch 'ne Villa irgendwo außerhalb. Er hat aber auch zwei Appartements in Hollywood. Und das war schon so ein bisschen wie bei meinem alten Grasdealer - echt abgefucked mit Hanfpostern und alles war verraucht. Da saß ich dann bis morgens früh. Es war eigentlich totaler Wahnsinn.»

Sie haben außerdem mit will.i.am von den Black Eyed Peas gearbeitet, Remixe für Bloc Party und andere Stars gemacht. Geht da auch mal was mit deutschen Künstlern?

Boys Noize: «Ja, ich könnte mir vorstellen, dass sich das ändert, allerdings bin ich kein Freund des deutschen Gesangs. Ich war mit 14, 15 Jahren schon Fan vom deutschen Rap, als Absolute Beginner und Fettes Brot und Fünf Sterne Deluxe gerade hochkamen, aber ich kann halt nichts mit deutschem Gesang anfangen. Generell bin ich aber schon offen und ich habe auch schon was mit Seeed gemacht. Also mit 'ner Band hätte ich schon Lust - so was Rock- oder Punkmäßiges. Oder eben Rapper. Ich glaube das liegt mir am meisten.»