Teheran zeigt erstmals ZERO-Künstler Otto Piene

Das Museum für Zeitgenössische Künste (TMOCA) in der iranischen Hauptstadt Teheran hat am Dienstag erstmals eine Einzelausstellung von Otto Piene eröffnet.

In Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Breckner soll die Ausstellung «Rainbow» mit etwa 90 Werken des ZERO-Künstlers bis zum 25. Mai im TMOCA laufen.

«Diese Ausstellung kann als Brücke dem kulturellen Austausch zwischen dem Iran und Deutschland dienen», sagte Museumsleiter Madschid Mollanorusi in seiner Eröffnungsrede. Er bezeichnete Piene als einen der einflussreichsten Künstler Europas.

Piene starb im vergangenen Juli mit 86 Jahren in Berlin. Er hatte die Ausstellung im Iran noch mitkonzipiert. Die TMOCA wurde 1977 eröffnet und gilt seitdem als wichtiges Kunstmuseum im Iran.

Der Publikumszuspruch bei der Eröffnung der mit Spannung erwarteten Ausstellung war gewaltig. Die Besucher werden mit Pienes Himmelsskulptur «Rainbow» gleich am Eingang des TMOCA empfangen. Zwei riesige, mit Helium gefüllte Plastik-Schläuche wölben sich dort in den Himmel.

Im Museum selbst geht es nicht weniger spektakulär weiter. Dort wuchern die «Inflatables» im kreisförmig ansteigenden Treppenhaus des TMOCA. Die Glasskulpturen «Lichtgeister», die von den Farben der Imam-Moschee in Isfahan inspiriert sind, hat Piene sogar eigens für die Teheraner Schau geschaffen.

«Otto Piene hielt die Möglichkeit, in dieser seit Jahren eher abgeschlossenen iranischen Gesellschaft auszustellen, für eine große Chance», sagte Joachim Jäger, Kurator der Schau und stellvertretender Direktor der Nationalgalerie Berlin. Der deutsche Botschafter Michael Freiherr von Ungern-Sternberg betonte, dass künstlerischer Austausch zwischen Deutschland und dem Iran von beiden Seiten politisch unterstützt werde.