Sorge um Iran-Verhandlungen wegen erkrankter Verhandler

Der Zeitplan für das Ende Juni geplante Atomabkommen mit dem Iran droht ins Wanken zu geraten. Nach dem mit einem Beinbruch zurück in die USA geflogenen US-Außenminister John Kerry ist nun auch sein iranischer Amtskollege Mohamed Dschawad Sarif ins Krankenhaus gekommen.

Der 55-jährige Sarif leidet nach Berichten aus Teheran an einem schweren Hexenschuss und könne vorerst nicht mehr gehen.

Laut Nachrichtenagentur ISNA konnte er deshalb am Dienstag nicht an einem wichtigen Kongress in Teheran teilnehmen. Sarif hat seit Jahren chronische Rückenschmerzen, die in Stresssituationen besonders schlimm werden sollen. In einer Stresssituation steckt der iranische Chefdiplomat derzeit.

Ohne das Atomabkommen wird es nicht zu einer Aufhebung der für den Iran lähmenden Wirtschaftssanktionen kommen. Sarifs Kritiker, besonders die Hardliner im Parlament, warten auf solch einen Ausrutscher. Der würde nicht nur die außenpolitische Arbeit Sarifs und Präsident Hassan Ruhanis erheblich erschweren. Auch die Aussichten auf einen Sieg der Reformer bei den Parlamentswahlen im Februar wären bei einem Scheitern der Atomverhandlungen trübe.