Israel geißelt Atom-Abkommen als «historischen Fehler»

Israelische Politiker haben das Atom-Abkommen mit dem Iran als Kapitulation des Westens und einen Fehler historischen Ausmaßes verurteilt. «Aus den ersten Berichten können wir schon schließen, dass dieses Abkommen ein historischer Fehler für die Welt ist», sagte Israels konservativer Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstag einer Mitteilung seines Büros zufolge.

Israel geißelt Atom-Abkommen als «historischen Fehler»
Ahikam Seri / Pool Israel geißelt Atom-Abkommen als «historischen Fehler»

Netanjahu sieht den Iran nun auf dem Weg zur nuklearen Aufrüstung. In allen Bereichen, die den Iran vom Bau einer Atombombe abhalten sollten, seien Zugeständnisse gemacht worden, kritisierte Netanjahu. Das Ende der Sanktionen werde Teheran zudem Hunderte Milliarden Dollar verschaffen, mit denen Terror-Gruppen finanziert würden.

Kritische Stimmen kamen nicht nur aus dem konservativen Lager, sondern aus fast allen israelischen Parteien. Vize-Außenministerin Zipi Chotoveli von Netanjahus Likud sprach von einem «historischen Kapitulationsvertrag des Westens gegenüber der Achse des Bösen unter der Führung des Irans.» Verteidigungsminister Mosche Jaalon (Likud) schrieb, das Abkommen sei auf «Lug und Trug» aufgebaut.

Der Oppositionspolitiker Jair Lapid betonte, mit einem schlechten Deal seo gerechnet worden. «Aber tatsächlich ist es ein furchtbarer Deal», zitierte ihn die Nachrichtenseite «Times of Israel». Das Abkommen werde es dem Iran ermöglichen, Atomwaffen zu entwickeln - von nun an allerdings mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft.

Israels werde seine Bemühungen nun vermutlich auf den US-Kongress richten, um ein Abkommen dort zu blockieren. «Ich denke, in den kommenden zwei Monaten werden wir Zeugen einer historischen "Mutter aller Lobbyschlachten" werden», sagte der Politikwissenschaftler Meir Javedanfar, der Deutschen Presse-Agentur.