Terror an Istanbuler Flughafen: Viele Tote nach Anschlag

Bei dem Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Drei Selbstmordattentäter hätten mindestens 28 Opfer mit in den Tod gerissen, sagte der Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin.

Terror an Istanbuler Flughafen: Viele Tote nach Anschlag
Sedat Suna Terror an Istanbuler Flughafen: Viele Tote nach Anschlag

Etwa 60 Menschen seien bei dem Anschlag auf den größten Flughafen der Türkei am Abend verletzt worden. Über die Nationalität der Opfer war zunächst nichts bekannt.

Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, Polizisten hätten vor der Sicherheitskontrolle am Eingang des Internationalen Terminals auf der Ebene für ankommende Passagiere das Feuer auf Verdächtige eröffnet. Zwei Verdächtige hätten sich daraufhin in die Luft gesprengt. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, es sei an zwei verschiedenen Orten am Flughafen zu Terrorangriffen gekommen. Justizminister Bekir Bozdag sagte, es gebe Informationen, wonach es auch am Eingang zur Metro am Flughafen eine Detonation gegeben habe. Videos und Fotos auf sozialen Medien erweckten den Eindruck, als sei es möglicherweise auch im Flughafenterminal zu einer schweren Explosion gekommen.

DHA meldete weiter, der Ankunfts- und der Abflugbereich des größten Flughafens der Türkei seien vollständig gesperrt worden. Fotos vom Anschlagsort zeigten ein Bild der Verwüstung außerhalb des Ankunftsterminals, wo Passagiere gewöhnlich auf Taxis warten. Auf einem Foto war ein auf dem Boden liegendes Schnellfeuergewehr zu sehen.

Westliche Sicherheitskreise vermuteten hinter dem Anschlag entweder die TAK - eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor drei Wochen waren bei einem Anschlag der TAK in Istanbuls Stadtmitte elf Menschen getötet worden. Dieses Attentat vom 7. Juni war der dritte schwere Anschlag seit Jahresbeginn im Zentrum Istanbul.

Die TAK hatte anschließend auch ausländische Urlauber vor Türkeibesuchen gewarnt. Bei einem IS-Selbstmordanschlag waren im Istanbuler Zentrum im Januar zwölf deutsche Urlauber getötet worden.