Terrorverdächtiger von Boston in 30 Punkten angeklagt

Die US-Justizbehörden haben lange für ihre formelle Anklage gegen den mutmaßlichen Bombenleger von Boston gebraucht - aber dafür ist sie besonders umfassend. Von der Nutzung von Massenvernichtungswaffen über Mord bis zu Verschwörung ist alles dabei.

Terrorverdächtiger von Boston in 30 Punkten angeklagt
Cj Gunther Terrorverdächtiger von Boston in 30 Punkten angeklagt

Mehr als zehn Wochen nach dem Terroranschlag in Boston ist der Verdächtige Dschochar Zarnajew in 30 Punkten angeklagt worden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, insgesamt vier Menschen getötet zu haben, wie das US-Justizministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Er habe daran mitgewirkt, während des Marathons am 15. April in der US-Metropole Massenvernichtungswaffen zu zünden. Zudem gehören vielfache Körperverletzung, die Nutzung von Feuerwaffen, die Kaperung eines Autos, Verschwörung und Sachbeschädigung zu den Anklagepunkten.

Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen an der Ziellinie der Marathonstrecke waren drei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 260 wurden verletzt. Der mutmaßliche Bombenleger Dschochar Zarnajew wurde nach tagelanger Fahndung gefasst. Sein Bruder Tamerlan - der zweite Tatverdächtige - kam bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben. Die beiden sollen auf ihrer Flucht auch einen Polizisten erschossen haben.

US-Justizminister Eric Holder betonte, die 74 Seiten dicke Anklageschrift sei das Ergebnis einer vorbildlichen Zusammenarbeit unterschiedlicher Ermittlungsbehörden. «Die heutige Maßnahme beweist unsere eiserne Entschlossenheit, jeden ... zur Verantwortung zu ziehen, der das amerikanische Volk bedroht oder versucht, unsere großartigen Städte zu terrorisieren», sagte Holder laut einer Mitteilung.