Teurer Konzernumbau: Osram-Aktie schmiert ab

Die Börse hat Osram für seinen kostspieligen Konzernumbau abgestraft. Der Aktienkurs brach am Mittwochvormittag um 20 Prozent ein.

Teurer Konzernumbau: Osram-Aktie schmiert ab
Rene Ruprecht Teurer Konzernumbau: Osram-Aktie schmiert ab

Vorstandschef Olaf Berlien kündigte an, nach der Abspaltung und dem Verkauf des klassischen Lampengeschäfts bis 2020 drei Milliarden Euro in Forschung, Entwicklung sowie den Bau einer LED-Chipfabrik in Malaysia zu investieren. Aber im laufenden Geschäftsjahr werde der Umsatz leicht sinken, der Betriebsgewinn sogar «beträchtlich» zurückgehen.

Analysten senkten den Daumen, ein Händler sprach von einem «schockierenden» Ausblick, die Aktie ging in den Sturzflug über und belastete damit den MDAX-Index. Dabei war das letzte Quartal bei Osram gut gelaufen, zudem hatte Berlien mit der Ankündigung einer Mindestdividende und eines Aktienrückkaufs für bis zu einer halben Milliarde Euro die Aktionäre zu besänftigen versucht.

Die Umbaupläne hätten langfristig Wachstumspotenzial, belasteten aber vorerst die Ergebnisse, erklärte Analyst Andreas Willi von der US-Bank JPMorgan.

Das Quartalsergebnis sei gut, aber der schwache Ausblick belaste, schrieb Sebastian Ubert von der französischen Bank Societé Generale. DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer bewertete den Osram-Ausblick für das neue Geschäftsjahr als enttäuschend. Die Barclays-Bank stufte Osram herab.