Thomas Bernhards «Ignorant» in Salzburg gefeiert

 Als letzte Neuinszenierung der laufenden Saison haben die Salzburger Festspiele Thomas Bernhards einstiges Skandalstück «Der Ignorant und der Wahnsinnige» auf die Bühne gebracht.

Thomas Bernhards «Ignorant» in Salzburg gefeiert
Kerstin Joensson Thomas Bernhards «Ignorant» in Salzburg gefeiert

Das Salzburger Debüt von Regie-Altmeister Gerd Heinz wurde am Sonntagabend im Salzburger Landestheater mit anhaltendem Applaus, Pfiffen und Bravorufen bedacht. Unter den Mitwirkenden waren neben Annett Renneberg als «Königin der Nacht» und Thomas Grashof als «Vater» auch der scheidende Interimsintendant der Festspiele, Sven-Eric Bechtolf, der die Rolle des «Doktors» spielte. 

Das Stück war 1972 als Auftragswerk der Salzburger Festspiele am gleichen Ort uraufgeführt worden. Damals erregte nicht nur Bernhards ätzende Kritik an der Festspielstadt Salzburg und dem Kulturbetrieb heftigen Unmut. Weil der Dichter am Ende des Stückes absolute Dunkelheit im Theatersaal vorgeschrieben hatte, dies aber aufgrund der damaligen Gesetzeslage nicht möglich war, musste das Stück nach nur einer einzigen Aufführung vom Spielplan genommen werden. Der peinliche Casus ging als «Notlichtskandal» in die Theatergeschichte ein.