ThyssenKrupp droht auf Brasilien-Werk sitzenzubleiben

Der angeschlagene Stahlriese ThyssenKrupp steht beim geplanten Verkauf seines Stahlwerkes in Brasilien möglicherweise vor einem Strategiewechsel. Wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Branchenkenner berichtete, droht der Verkauf der verlustreichen Anlage zu scheitern.

Derzeit werde mit dem brasilianischen Stahlunternehmen CSN über eine Variante gesprochen, die nur den Verkauf des Weiterverarbeitungswerkes im US-Bundesstaat Alabama vorsehe, schrieb das Blatt. Für dieses Werk könnte CSN eine Summe von 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen und sich zugleich verpflichten, jährlich mehrere Millionen Tonnen Stahl aus dem brasilianischen Stahlwerk abzunehmen.

Ein Konzernsprecher von ThyssenKrupp wollte den Bericht nicht kommentieren und wiederholte frühere Aussagen, dass eine «zeitnahe» Einigung in den Verhandlungen angestrebt werde. Mit einem führenden Anbieter befinde man sich in fortgeschrittenen Verhandlungen. Am späteren Nachmittag wollte der Industriekonzern die Geschäftszahlen zum dritten Quartal vorlegen.