ThyssenKrupp verschafft sich Luft mit Kapitalerhöhung

Der finanziell angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp hat sich durch eine Kapitalerhöhung Luft verschafft. Knapp 900 Millionen Euro seien dadurch in die Kassen des Unternehmens geflossen, teilte ThyssenKrupp in Essen mit.

Die Aktien seien überwiegend bei langfristig orientierten Investoren platziert worden, erklärte Finanzvorstand Guido Kerkhoff.

Zunächst war unklar, ob sich die Großaktionäre Cevian und die Krupp-Stiftung an der Kapitalerhöhung beteiligt hatten. Sprecherinnen des schwedischen Investors und der Stiftung lehnten auf Anfrage einen Kommentar zunächst ab. Durch die Kapitalerhöhung erhöhte sich das Grundkapital um 10 Prozent. Cevian war zuletzt mit 6,1 Prozent, die Krupp-Stiftung mit 25,3 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Am Montagabend hatte der Industriekonzern damit begonnen, knapp 51,5 Millionen neue Papiere zu einem Preis von 17,15 Euro je Aktie zu platzieren. Der Preis lag damit um 2,75 Prozent unter dem Schlusskurs am Montag. Nach den am Wochenende bei einer eilig einberufenen Bilanzpressekonferenz verkündeten Hiobsbotschaften war der Kurs am Montag um über acht Prozent eingebrochen. Am Dienstag verloren die Aktien weiter an Boden und lagen am Mittag etwa 2 Prozent im Minus.

ThyssenKrupp steckt seit geraumer Zeit in der Krise und benötigt das frische Geld, um seine Schuldenlast zu senken und das Eigenkapital zu stärken. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende September) stand unter dem Strich ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote war zuletzt auf nur noch 7,1 Prozent gesunken. Durch die Kapitalerhöhung soll das Eigenkapital wieder deutlich ansteigen.