Tischtennis-WM: Boll und Franziska gegen Chinesen

Dank der stark auftrumpfenden Timo Boll und Patrick Franziska hat der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) den Fehlstart bei den Weltmeisterschaften in Suzhou korrigiert.

Tischtennis-WM: Boll und Franziska gegen Chinesen
Rolex Dela Pena Tischtennis-WM: Boll und Franziska gegen Chinesen

Die beiden Profis von Borussia Düsseldorf qualifizierten sich mit etwas Glück und viel Geschick für das Viertelfinale, wo sie am Samstag die Topspin-Stars aus China im Medaillenkampf herausfordern. Das war den DTTB-Herren zuvor nur einmal geglückt: 2013 in Paris scheiterten Boll und Patrick Baum in der Runde der letzten Acht allerdings an den Chinesen.

Diesmal will es vor allem Boll gegen den Weltranglisten-Vierten Fan Shendong besser machen. Der Rekord-Europameister steigerte sich nach seinem mühsamen 4:3-Zittersieg gegen João Monteiro aus Portugal beim 4:1 im Achtelfinale gegen Wong Chun Ting aus Hongkong am Freitag deutlich. «Ich habe mich besser bewegt, und es war mehr Schmackes in meinen Bällen», erklärte der 34 Jahre alte WM-Dritte von 2011. Er punktete vor allem mit seiner starken Rückhand.

«Solche Steigerungen sind für Timo nicht ungewöhnlich», sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf. Ein Extra-Lob gab es für den 22 Jahre alten Youngster Franziska, der ein «Wahnsinns-Turnier» spielt. «Ich bin total leer und kann noch gar nicht realisieren, dass ich im Viertelfinale stehe», sagte Franziska nach seinem 4:2 im Achtelfinale gegen den Ukrainer Lei Kou, als er mit enormen Kampfgeist einen 0:2-Rückstand drehte.

Am Vortag hatte die Nummer 56 der Welt in einer grandiosen Partie den Weltranglisten-Achten Marcos Freitas aus Portugal mit 4:1 an die Wand gespielt. Franziska gilt im Medaillenspiel gegen den Chinesen Fang Bo zwar als Außenseiter, der aber durchaus Chancen besitzt. «Ich werde kämpfen wie ein Schwein und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen», versprach in Hessen geborene Franziska.

«Zwei Spieler im Viertelfinale, das ist doch was», sagte Roßkopf. Nach der Enttäuschung über das frühe WM-Aus für Europameister Dimitrij Ovtcharov und für das Doppel Timo Boll/Ma Long zeigten seine Aktiven eine starke Reaktion. «Jetzt kommen aber zwei dicke Brocken. Ich hoffe, unsere Spieler können sich den Leistungen der Chinesen anpassen», sagte DTTB-Präsident Michael Geiger.

Im Damen-Einzel war Irene Ivancan als letzte deutsche Vertreterin beim 0:4 im Achtelfinale gegen Top-Favoritin Ding Ning ohne Chance. «Unter den letzten 16 zu stehen, ist schon toll. Mir tun solche Niederlagen immer weh, aber ich kann gut damit leben», meinte Ivancan. Die asiatische Dominanz mit sechs Chinesinnen, einer Japanerin und einer Spielerin aus Singapur im Viertelfinale wirkt erdrückend.