Tochter von NSU-Opfer Kubasik schildert Verdächtigungen

Die Tochter des Dortmunder NSU-Opfers Mehmet Kubasik hat vor dem Oberlandesgericht München die Folgen des Mordes und der anschließenden Verdächtigungen auf die Familie geschildert. Sie berichtete vom Verdacht, ihr Vater sei in Drogenhandel und Organisierte Kriminalität verstrickt gewesen.

Tochter von NSU-Opfer Kubasik schildert Verdächtigungen
Federico Gambarini Tochter von NSU-Opfer Kubasik schildert Verdächtigungen

Es habe entsprechend Tuscheleien und Anfeindungen gegen alle Angehörigen gegeben. «Ich weiß, dass man mich gefragt hat, ob mein Vater Drogen verkauft», sagte die 28 Jahre alte Pharmazeutisch-Technische Assistentin. Man habe sie gefragt, ob ihr Vater mit der verbotenen Kurden-Partei PKK zu tun gehabt habe oder mit der Mafia. Sie sei auch nach Beziehungen ihres Vaters mit anderen Frauen gefragt worden. Sie habe alles verneint. Ihr selbst, aber auch ihrer Mutter Elif gehe es weiter schlecht.

Laut Anklage erschossen die Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos den Kioskbesitzer Kubasik am Mittag des 4. April 2006. Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) werden neun Morde an türkisch- und griechischstämmigen Menschen sowie an einer Polizistin vorgeworfen. Beate Zschäpe ist als Mittäterin angeklagt.