Todesdrohung gegen Landrat wegen Hilfe für Flüchtlinge

Der hessische Landrat Erich Pipa von der SPD sieht sich wegen seines Engagements für Flüchtlinge Morddrohungen von Rechtsextremisten ausgesetzt.

Todesdrohung gegen Landrat wegen Hilfe für Flüchtlinge
Jörn Perske Todesdrohung gegen Landrat wegen Hilfe für Flüchtlinge

Sie gehen von einer «Initiative Heimatschutz Kinzigtal» aus, wie der Verwaltungschef des Main-Kinzig-Kreises bei einer Pressekonferenz sagte, mit der er den Vorgang öffentlich machte.

In einem der Schreiben, die der Deutschen Presse-Agentur vorlagen, wird Pipa gedroht, dass ihn jemand umbringen könnte. In dem Neun-Zeiler wird mit diesem Sonntag (13. September) auch gleich ein konkreter Tag genannt. An dem Tag will der Landrat an der Freizeit- und Breitensportveranstaltung «Kinzig total» teilnehmen. Dabei werden alljährlich Straßen für den normalen Verkehr gesperrt und für Fahrrad-Ausflügler freigegeben. Pipa kündigte am Freitag an, trotz der Drohungen dort zu sein, um Flagge zu zeigen.

Mit einer Tötung drohen die Absender zwar nicht wortwörtlich. Das Landratsamt wertete die Formulierungen aber als Morddrohung. Die Absender nahmen laut dem Landkreis Bezug auf eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Schlüchtern. Dort hatte Pipa laut einem Zeitungsbericht gesagt «Das Boot ist nicht voll». Er hatte sich offen für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge gezeigt.

Im thüringischen Gerstungen zündeten Unbekannte ein für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitgestelltes Wohnhaus an. Die Eigentümerin hatte das leerstehende Haus als Unterkunft angeboten, in der Nacht wurde dann das Feuer gelegt, wie die Gothaer Polizei mitteilte.

Die Kriminalpolizei geht von Brandstiftung aus und schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Nun ermitteln Landeskriminalamt und Staatsschutz. Der Sachschaden wird auf 25.000 Euro geschätzt. Ein Zeuge hatte den Brand in dem Haus bemerkt und die Polizei alarmiert. Verletzt wurde niemand.