Tony Martin holten sechsten Zeitfahr-Titel

Sein fünfter Meistertitel in Folge war eigentlich reine Formsache. Radprofi Tony Martin hat sich zum insgesamt sechsten Mal die deutsche Meisterschaft im Zeitfahren gesichert.

Tony Martin holten sechsten Zeitfahr-Titel
Kim Ludbrook Tony Martin holten sechsten Zeitfahr-Titel

Im Glutofen von Streufdorf in seiner früheren Heimat Thüringen holte sich der 30 Jahre alte Wahlschweizer den Sieg über 41 Kilometer in 49:14 Minuten und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance.

Seine Siegerzeit entsprach auf einem anspruchsvollen Parcours bei Temperaturen um 35 Grad einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49,97 km/h. Acht Tage vor dem Start der 103. Tour de France präsentierte sich Martin in Topform und verwies den Freiburger Jasha Sütterlin (+ 1:39 Minuten) und dem Kölner Nils Pollit (2:23) auf die Plätze. Der eigentlich gegenüber Pollit sieben Sekunden schnellere Altmeister Stefan Schumacher erhielt eine Zeitstrafe. «Am Schluss ist es ganz schön schwer geworden», lautete Martins erste Reaktion.

Das Warmfahren vor dem Rennen auf der Rolle stand bei Temperaturen um die 35 Grad unter besonderen Voraussetzungen. Tony Martin war im Schatten eines Hotelgartens von Ventilatoren umringt. In den Nacken hatte er eine mit Eiswürfeln gefüllte Socke gelegt, am Oberkörper und trug er eine Eisweste. «Bei solchen Temperaturen ist es wichtig, nicht schon überhitzt an den Start zu gehen», sagte sein Etixx-Quickstep-Sportchef Jan Schaffrath.

Den sehr anspruchsvollen Kurs hatte Martins Manager Jörg Werner vom lokalen Ausrichter Team Spirit ausgewählt und sich etwas von Ansprüchen leiten lassen, die in Rio auf seinen Schützling warten. «Der Olympia-Kurs ist aber noch viel schwieriger», meinte Schaffrath, der die Strecke oberhalb der Copacabana im Vorjahr mit Martin inspiziert hatte. Doch zuvor geht es erst einmal zur Tour de France. Da hat Martin das erste Zeitfahren auf der 13. Etappe im Visier.

Den U23-Titel hatte sich über die identische Strecke der 22 Jahre alte Berliner Maximilian Schachmann in 51:37 Minuten gesichert. Er trat die Nachfolge von Lennard Kämna an, der auf Rang neun im Elite-Bereich keine Rolle spielte.