Tote bei Beschuss von Wohngebiet in der Ostukraine

Beim Beschuss eines Vorortes der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind mindestens zehn Zivilisten getötet worden. Die Opferzahl werde noch überprüft, sagte ein örtlicher Behördensprecher der Agentur Interfax.

Tote bei Beschuss von Wohngebiet in der Ostukraine
Sergey Vaganov Tote bei Beschuss von Wohngebiet in der Ostukraine

Er machte prorussische Separatisten für den Angriff verantwortlich. Nach Darstellung des ukrainischen Militärs wurde ein Wohnviertel von Grad-Raketen getroffen. Die Aufständischen wiesen die Anschuldigungen als «Lügen» zurück. Ihre Kämpfer hätten Mariupol nicht beschossen, teilte die Führung in Donezk mit. An mehreren Orten in der Ostukraine warfen sich die Konfliktparteien erneut gegenseitige Angriffe vor.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schickte nach eigenen Informationen Beobachter zur Überprüfung des Vorfalls nach Mariupol am Asowschen Meer. In den vergangenen Tagen waren Dutzende Zivilisten bei Gefechten im Bürgerkriegsgebiet Donbass ums Leben gekommen, zuletzt beim Beschuss einer Bushaltestelle in Donezk am Donnerstag. Die OSZE forderte ein sofortiges Ende der Kämpfe in Wohngegenden sowie den Abzug schwerer Waffen, wie ihn Vertreter der ukrainischen Führung und der moskautreuen Separatisten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart hatten.

Die OSZE sei zu Vermittlungen bereit, hieß es. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit April 2014 mehr als 5000 Menschen getötet.