Tote bei Schüssen auf Polizei in Texas

In Dallas sind während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt am Donnerstagabend vier Beamte erschossen worden. Dies teilte die Polizei der texanischen Großstadt auf Twitter mit.

Tote bei Schüssen auf Polizei in Texas
Larry W. Smith Tote bei Schüssen auf Polizei in Texas

Insgesamt seien elf Polizisten beschossen worden, sagte Polizeichef David Brown. Die Polizei geht von zwei Scharfschützen aus.

Die Polizei bat die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Suche nach Verdächtigen und veröffentlichte ein Foto. Es zeigt einen Mann, einen Mann, der eine Waffe bei sich hat und ein T-Shirt in Camouflage-Farben trägt. Er soll sich gestellt haben. Ein zweiter Verdächtiger sei festgenommen worden, twitterte die Polizei.

Verdächtige hatten gedroht, eine Bombe zu legen, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf die Polizei. Die Schützen hatten es vermutlich gezielt auf Polizisten abgesehen, so der Sender.

Bei einem Toten handelt es sich offenbar um einen Transportpolizisten des Nahverkehrsunternehmens DART. Drei weitere wurden verletzt, wie DART auf Twitter mitteilte. Die Polizei forderte die Bürger auf, das Stadtzentrum von Dallas zu meiden, der öffentliche Verkehr wurde unterbrochen, berichtete die «Dallas Morning News.»

Zuvor habe es friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben. Auslöser waren zwei erschossene Afroamerikaner innerhalb von zwei Tagen. In Falcon Heights (Minnesota) starb Philando Castile (32) im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. Kurz zuvor hatten in Baton Rouge (Louisiana) zwei Polizisten Alton Sterling (37) auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

Diese Tode seien ein Ereignis, das alle Amerikaner gleichermaßen angehen muss, sagte Präsident Barack Obama. «Wir erleben so etwas viel zu oft», sagte Obama unmittelbar nach der Landung in Warschau, wo er in der Nacht zum Freitag zum Nato-Gipfel eintraf. Der sichtbar berührte Präsident beschwor die Amerikaner, nach dem Geschehenen nicht in routinierte Reaktionsmuster zu verfallen, sondern innezuhalten.