Tote bei Selbstmordanschlag am Istanbuler Flughafen Atatürk

Bei einem Selbstmordanschlag auf den Atatürk-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind zahlreiche Menschen getötet worden. Justizminister Bekir Bozdag sagte am Abend: «Nach ersten Erkenntnissen haben wir ungefähr zehn Todesopfer.»

Tote bei Selbstmordanschlag am Istanbuler Flughafen Atatürk
Sedat Suna Tote bei Selbstmordanschlag am Istanbuler Flughafen Atatürk

Etwa 20 Menschen seien verletzt worden. Über die Nationalität der Opfer war zunächst nichts bekannt. Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, Polizisten hätten vor der Sicherheitskontrolle am Eingang des Internationalen Terminals auf der Ebene für ankommende Passagiere das Feuer auf Verdächtige eröffnet. Zwei Verdächtige hätten sich daraufhin in die Luft gesprengt. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, es sei an zwei verschiedenen Orten am Flughafen zu Terrorangriffen gekommen. Minister Bozdag sagte, es gebe Informationen, wonach es auch am Eingang zur Metro am Flughafen eine Detonation gegeben habe.

DHA meldete weiter, der Ankunfts- und der Abflugbereich des größten Flughafens der Türkei seien vollständig gesperrt worden. Fotos vom Anschlagsort zeigten ein Bild der Verwüstung außerhalb des Ankunftsterminals, wo Passagiere gewöhnlich auf Taxis warten. Auf einem Foto war ein auf dem Boden liegendes Schnellfeuergewehr zu sehen.

Westliche Sicherheitskreise vermuteten hinter dem Anschlag entweder die TAK - eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor drei Wochen waren bei einem Anschlag der TAK in Istanbuls Stadtmitte elf Menschen getötet worden. Dieses Attentat vom 7. Juni war der dritte schwere Anschlag seit Jahresbeginn im Zentrum Istanbul.

Die TAK hatte anschließend auch ausländische Urlauber vor Türkeibesuchen gewarnt. Bei einem IS-Selbstmordanschlag waren im Istanbuler Zentrum im Januar zwölf deutsche Urlauber getötet worden.