Tote bei verheerendem Klinikbrand

Auch mehr als drei Stunden nach dem Alarm schlagen Flammen aus dem zerstörten Klinikgebäude. Jalousien sind durch die Hitze geschmolzen, sie hängen an der Fassade, Fenster sind herausgedrückt. Brandgeruch liegt in der Luft.

Das Bochumer Bergmannsheil-Krankenhaus bietet am Morgen ein Bild des Schreckens. Mindestens zwei Menschen sind bei dem Feuer in der Nacht ums Leben gekommen. Weitere 16 wurden verletzt, 6 von ihnen schweben in Lebensgefahr, meldet die Stadt in einer ersten Zwischenbilanz.

Feuerwehren aus den Nachbarstädten sind ihren Bochumer Kollegen zu Hilfe geeilt. Von zwei Seiten bekämpfen sie die Flammen. Scheinwerfer leuchten den Einsatzort aus. Ein Feuerwehrmann hält einen Schlauch auf einem Gerüst an einem Neubau neben dem brennenden Haus.

Andreas Weber, der leitende Oberarzt der Neurologie, steht mit einem Kollegen neben einem großen Feuerwehrkran. Wie alle Ärzte ist er schnell alarmiert worden. Die Evakuierung des Hauses hat gut geklappt, sagt er. «Das haben wir im vergangenen Jahr geübt.»

Alle Patienten seien wohl in anderen Gebäuden auf dem Klinikgelände untergebracht worden. Polizisten und Rettungskräfte hätten beim Transport mitgeholfen. Das brennende Gebäude steht etwa in der Mitte der mehrfach umgebauten und erweiterten Universitätsklinik. In Betrieb genommen wurde es 1985, berichtet Weber weiter.

Im Dachgeschoss liegt ein Operationssaal. Das verheerende Feuer ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei in einem darunter liegenden Patientenzimmer ausgebrochen. «In dem Trakt sind auch Stationen für Patienten mit Querschnittslähmungen», sagt Weber.

Die weiteren Auswirkungen des Feuers in der Klinik sind am Morgen noch gar nicht abzusehen. In dem ausgebrannten Klinikgebäude ist unter anderem eine große Küche untergebracht. Weber befürchtet, dass sie durch das viele Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte.

Die Bochumer Klinik hat insgesamt 650 Betten in mehreren Gebäuden. Um Platz zu schaffen, werden ungefähr 100 Patienten entlassen.