Tour-Menü: Erfolgsteam, Schrecksekunde und Dusche

Eine Schrecksekunde im Finale, ein superstarkes Team von Rolf Aldag und mal wieder der exzentrische Milliardär aus Russland. Das Tour-Menü des Tages:

Tour-Menü: Erfolgsteam, Schrecksekunde und Dusche
Kim Ludbrook Tour-Menü: Erfolgsteam, Schrecksekunde und Dusche

ÜBERLEGEN: Siebte Etappe, vierter Sieg für die Mannschaft Dimension Data des Sportlichen Leiters Rolf Aldag. Nach den Erfolgen von Sprinterkönig Mark Cavendish trumpfte auf der ersten Pyrenäenetappe Stephen Cummings für das südafrikanische Team auf. «Vor einigen Wochen hat mich mein Sportlicher Leiter gefragt: Welche Etappe gefällt dir? Und ich habe mir diese ausgesucht», erklärte der britische Tagessieger.

SCHRECKSEKUNDE: Die sogenannte «Flamme Rouge» hängt traditionell einen Kilometer vor dem Etappenziel; seit ein paar Jahren an einem luftbefüllten Tor. Auf dem Weg zum Lac de Payolle fiel die Konstruktion ausgerechnet in dem Moment zusammen, als das Favoritenfeld die letzten 1000 Meter in Angriff nehmen wollte. «Ich konnte nicht mehr reagieren. Zum Glück hat es nur mich getroffen. Es hätte schlimmer ausgehen können», sagte Adam Yates, der als einziger bei dem Vorfall stürzte. Trostpflaster: Die Jury wertete anschließend die Zeit drei Kilometer vor dem Ziel, so dass der Brite nun Zweiter im Gesamtklassement ist.

BEEINDRUCKEND: Der Belgier Greg van Avermaet ist eigentlich kein Kletterer. Da dachte sich der Träger des Gelben Trikots wohl, «Angriff ist die beste Verteidigung», ging in die Fluchtgruppe und konnte seine Führung im Gesamtklassement sogar leicht ausbauen. «Das war wirklich ein guter Tag für mich. Ich bin sehr froh, noch einen zusätzlichen Tag im Gelben Trikot verbringen zu dürfen», meinte der BMC-Profi.

ERFRISCHUNG: Teambesitzer Oleg Tinkow ist ja als exzentrisch bekannt. Neuestes Kapitel: Der russische Milliardär und Besitzer des Tinkoff-Rennstalls ließ sich bei einer seiner Touren mit dem Rennrad vom niederländischen Fernsehen beim Duschen filmen. «Diese Dusche ist besser als im Ritz-Carlton oder Hilton», erklärte Tinkow, bevor ein Teambetreuer die Gießkanne nahm und den nackten Boss vom Autodach aus duschte.

DIE DEUTSCHEN: «Das war ein verschenkter Tag. Schade, ich hatte mir mehr ausgerechnet», sagte Paul Voß. Der Bora-Fahrer war einer von vier Deutschen in der großen Ausreißergruppe. Ganz vorne landete niemand von ihnen. Immerhin schob sich der 23-jährige Ravensburger Emanuel Buchmann im Gesamtklassement auf Platz 28 mit nun 9:42 Minuten Rückstand auf Van Avermaet.

DIE 8. ETAPPE: Die Favoriten um Vorjahressieger Christopher Froome aus Großbritannien und den Kolumbianer Nairo Quintana sind erstmals wirklich gefordert. Auf dem 184 Kilometer langen Tagesabschnitt müssen die Fahrer zwischen Pau und Bagnères-de-Luchon unter anderem den Col du Tourmalet auf 2115 Metern Höhe bezwingen.