Trauer um toten spanischen Motorradpiloten

Seine Kollegen rangen um Fassung und die richtigen Worte. Der Tod des 24 Jahre alten spanischen Piloten Luis Salom hat aber über die Motorradszene hinaus große Betroffenheit ausgelöst.

Trauer um toten spanischen Motorradpiloten
Tony Albir Trauer um toten spanischen Motorradpiloten

Trotz umgehender Sofortmaßnahmen an der Strecke bei Barcelona und einer Notoperation im Hospital General de Catalunya überlebte der Moto2-Fahrer seinen Trainingssturz nicht. Die Verletzungen waren zu schwer.

«Was für eine schlechte Nachricht. Wie schrecklich. Traurig», schrieb der spanische Formel-1-Star Fernando Alonso bei Twitter. «Mein tiefstes Beileid für die Familie des mallorquinischen Piloten Luis Salom», schrieb die spanische Torwart-Ikone Iker Casillas.

Salom war mit seiner Kalex in Kurve zwölf beim zweiten Training gestürzt. Wie Videos auf den Online-Seiten der spanischen Zeitungen «Marca» und «As» zeigen, rutschte er mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Die Session wurde unterbrochen. Zwei Rettungswagen fuhren umgehend zur Unglücksstelle. Der Rettungshubschrauber landete ebenfalls. Wegen der Schwere der Verletzungen wurde Salom aber mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Dort sei er um 16.55 Uhr gestorben, teilte die MotoGP mit.

«Am Boden zerstört durch den Verlust eines guten Freundes», trauerte der dreimalige Motorrad-Weltmeister und Salom-Landsmann Dani Pedrosa via Twitter. «Wir haben einen weiteren großartigen Fahrer verloren», schrieb der britische MotoGP-Pilot Scott Redding.

Salom ist internationalen Statistiken zufolge der 48. Tote in der Motorrad-WM seit 1949. Die Gesamtzahl der bei Motorrad-Rennen ums Leben gekommenen Fahrer ist allerdings weitaus höher. In der MotoGP war zuletzt am 23. Oktober 2011 der Italiener Marco Simoncelli beim Großen Preis von Malaysia in Sepang tödlich verunglückt. 2010 war der Japaner Shoya Tomizawa in Misano ums Leben gekommen.

Salom war vor sieben Jahren in die Motorrad-Weltmeisterschaft eingestiegen. 2009 absolvierte er sein Debüt in der damaligen 125ccm-Kategorie. In der Moto3 gelangen ihm 25 Podiumsplätze, neunmal hatte er sich als Sieger feiern dürfen. Vor vier Jahren hatte Salom als Zweiter den Titel in der Moto3 verpasst, im darauffolgenden Jahr hatte er es auf Rang drei im Endklassement geschafft. Seit 2014 startete er in der Moto2 und stand vor seinem 42. Rennen. «Ein trauriger Tag für den Sport», twitterte der brasilianische Formel-1-Fahrer Felipe Massa.

Anders als bei den Simoncelli und Tomizawa, die von nachfolgenden Fahrern überrollt worden war, war beim Unfall von Salom offensichtlich kein anderer Pilot involviert. Seit Jahren bemühen sich die Verantwortlichen von Veranstaltern bis Herstellern und Ausstattern, die Sicherheit der Piloten zu verbessern. Die Lederkombis für Motorrad-Rennfahrer bekamen unter anderem immer wieder neue Sicherheitsfeatures wie Schutzpolster für Wirbelsäule, Schultern, Ellbogen, Knie und andere bedrohte Körperteile. Selbst Airbags, die vor allem Hals und Kopf bei einem Aufprall schützen, gehören zur Ausstattung. Für Salom kam aber jede Hilfe zu spät.