Trauerfeier für Mandela verzögert sich

Staatsgäste aus aller Welt sind in Johannesburg zur großen Trauerfeier für Südafrikas Nationalhelden Nelson Mandela zusammengekommen. Bei starkem Regen verzögerte sich der Beginn der mehrstündigen Zeremonie.

Auch US-Präsident Barack Obama und andere Ehrengäste waren nicht rechtzeitig im Stadion der Hauptstadt eingetroffen. Mehrere zehntausend Menschen wurden zu der Feier erwartet, unter ihnen mehr als 80 amtierende und ehemalige Staats- und Regierungschefs. Seit dem frühen Morgen strömten viele Südafrikaner in das von der Polizei großflächig abgesicherte FNB-Stadion. Viele sangen und tanzten, hatten Fotos Mandelas in den Händen.

In dem 90 000 Menschen fassenden Fußballstadion werden nach bisherigem Programm UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Präsident Barack Obama und der kubanische Präsident Raúl Castro Reden halten.

«Die ganze Welt kommt im wahrsten Sinne des Wortes nach Südafrika», sagte der Sprecher des Außenministeriums, Clayson Monyela, in Pretoria. Zu den Gästen zählten «Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen». Das sei beispiellos in der Geschichte des Landes. Logistisch allerdings stehe die Regierung vor «einer sehr schweren Aufgabe», sagte Monyela.

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Mandela war am Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. Er hatte sein Land aus der Rassentrennung in die Demokratie geführt.

Der Trauerakt wird an 90 Orten im Land auf Großleinwänden sowie in drei weiteren Stadien von Johannesburg für die Öffentlichkeit übertragen. Weltweit berichten Fernsehstationen aus Johannesburg.

Neben Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma sollen bei der Feier auch Kinder und Enkel Mandelas das Wort ergreifen. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Chinas Vizepräsident Li Yuanchao und Indiens Präsident Pranab Mukherjee sind laut Programm gleichfalls Redner.

Auch die ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton und George W. Bush standen auf der Gästeliste. Neben Bundespräsident Joachim Gauck wurden der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron erwartet. Viele Staatsgäste kamen bereits am Montag in Johannesburg an.