Trübe Stimmung an der Börse zum Jahresausklang

Nach schlechten Vorgaben aus Übersee hat der deutsche Aktienmarkt am letzten Handelstag des Jahres im Minus eröffnet. Sowohl an der Wall Street als auch an den meisten asiatischen Börsen hatte sich die Stimmung kurz vor Silvester eingetrübt.

Der Dax verlor im frühen Geschäft 0,60 Prozent auf 9867,53 Punkte. Damit bliebe für das ganze Jahr 2014 ein vergleichsweise mageres Plus von 3,4 Prozent. Das Jahr 2013 hatte der deutsche Leitindex mit einem Gewinn von mehr als 25 Prozent abgeschlossen. Die Frankfurter Börse wird den regulären Handel am Dienstag bereits um 14 Uhr beenden.

Einem Händler zufolge könnten die politisch unsichere Lage in Griechenland und der wieder stärker fallende Ölpreis am Dienstag die Kurse belasten. Es herrsche eine gewisse Vorsicht bei den Anlegern vor, sagte IG-Marktstratege Stan Shamu. Die hatten sich zuletzt immer wieder um ein Wiederaufflammen der Krise in dem von der Pleite bedrohten Land gesorgt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Dienstag um 0,47 Prozent auf 16 949,65 Zähler. Der TecDax der Technologiewerte büßte 0,39 Prozent auf 1364,27 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 0,75 Prozent nach.

Unter den Einzelwerten gehörten BASF-Aktien mit einem Verlust von 1 Prozent zu den schwächsten Dax-Titeln. Der Chemiekonzern verkauft seinen 15-Prozent-Anteil am Erdgasprojekt South Stream an den russischen Gazprom-Konzern.

Die abgeschwächte Geschäftsbeziehung zu dem Gas-Riesen sei strategisch negativ für BASF, sagte ein Händler. Immerhin erhielten die Ludwigshafener aber ihr investiertes Kapital zurück - schließlich habe BASF zu einem früheren Zeitpunkt das geplante Engagement an South Stream auf 2 Milliarden Euro beziffert.

Die Papiere von Daimler, BMW und Volkswagen verbilligten sich zwischen 0,60 und 0,80 Prozent. Börsianer verwiesen auf die Warnung des weltgrößten Automobilherstellers Toyota, das diesjährige Absatzziel für den chinesischen Markt zu verfehlen. Es würde ihn nicht wundern, ähnliche Aussagen demnächst auch von BMW und anderen Wettbewerbern zu hören, sagte ein Händler.

Der mutmaßliche Absturz eines AirAsia-Flugzeugs in Südostasien sorgte wie bereits am Vortag für überdurchschnittliche Abgaben bei den Aktien der Allianz, die um mehr als 1 Prozent absackten. Die Allianz ist nach eigenen Angaben wichtigster Rückversicherer der Airbus-Maschine, deren Absturzstelle am Dienstag vermutlich gefunden wurde. Die Papiere des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus notierten mit einem Minus von 1,62 Prozent am MDax-Ende.