«Troika» kehrt nach Athen zurück

Voll des Lobes sind die internationalen Geldgeber für die Griechen und ihre Sparbemühungen. Doch im Detail hakt es immer wieder. Als sicher gilt zudem, dass Athen ohne weitere Hilfsaktionen 2014 nicht über die Runden kommen wird.

«Troika» kehrt nach Athen zurück
Alkis Konstantinidis «Troika» kehrt nach Athen zurück

Vor dem Start neuer Kontrollen der «Troika» aus EU, IWF und EZB lässt Finanzminister Ioannis Stournaras die Alarmglocken läuten: Es wäre schlimm, wenn die Bemühungen der Griechen nachlassen und alle Anstrengungen zunichte gemacht werden, sagte er der Athener Sonntagszeitung «To Vima». «Die Situation ist kritisch. Wir sind auf den (Berg) Kilimandscharo gestiegen, uns bleiben noch hundert Meter bis zum Gipfel und dennoch laufen wir Gefahr abzustürzen.»

Die Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) wollen von Dienstag an den Stand des griechischen Reform- und Konsolidierungsprogramms prüfen. Einer der wichtigsten Kontrollpunkte ist der Fehlbetrag für das Jahr 2014. Dem Vernehmen nach ist die Stimmung in der Regierung angespannt. «Es wird wieder eine schwierige Kontrolle sein», sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der dpa. Es geht um die Freigabe einer weiteren Tranche in Höhe von einer Milliarde Euro für das chronisch am Rande der Pleite stehende Land.

Die Geldgeber berechnen den Fehlbetrag für 2014 auf zwei bis 2,5 Milliarden Euro und fordern weitere Sparmaßnahmen. Athen schätzt die Lücke dagegen nur auf 500 Millionen Euro und geht davon aus, dass der Betrag durch Reformen und eine weiter verbesserte Eintreibung von Steuern eingesammelt werden kann. Die Regierung fürchtet erneute Proteste, sollte es abermals zu Kürzungen bei Renten, Pensionen und Gehältern kommen. Die «Troika»-Kontrolle musste wegen dieser Differenzen im Oktober abgesagt werden.

Griechenland stand am Beginn der schweren Euro-Schuldenkrise - und hat als einziges Krisenland schon zwei Hilfspakete im Volumen von 240 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Das wird indes nicht reichen: 2014 soll über ein weiteres Paket gesprochen werden. Wie dieses aussehen könnte, darüber halten sich die Geldgeber offiziell bedeckt. Spekuliert wird über zehn Milliarden Euro und längere Kreditlaufzeiten sowie Zinssenkungen.

Angesprochen auf mögliche weitere Hilfen, sagte der Vizechef des Internationalen Währungsfonds (IWF), David Lipton, der Tageszeitung «Die Welt» (Samstagausgabe): «Im Moment haben wir ein laufendes Programm und wir helfen Griechenland dabei, das Programm umzusetzen. (...) Aber die Antwort auf ihre Frage kann ich Ihnen erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.»

Ebenso, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im «Tagesspiegel am Sonntag» attestierte Lipton Griechenland große Fortschritte im Kampf gegen die Dauerkrise. «Es stimmt, die europäischen Regierungen versichern seit Jahren, dass Griechenland das Geld bekommen wird, das es braucht, wenn es sich an die Vorgaben in den laufenden Programmen hält», sagte Lipton. «Ich will nicht spekulieren; entscheidend ist jetzt das Programm für 2014 und in dessen Rahmen braucht Griechenland zusätzliches Geld.»