Trost für BVB, traurig für Kagawa: Japan ist raus

Am Tag der Elfmeterdramen beim Asien-Cup wurde Borussia Dortmunds Shinji Kagawa zu einem der traurigen Hauptdarsteller. Der 25 Jahre alte Japaner brachte den Ball aus elf Metern nicht im Tor der Vereinigten Arabischen Emirate unter.

Ismail Ahmed vom Al Ain FC machte es danach besser und sorgte im Lager der Emirate-Spieler und -Fans mit dem 5:4 im Elfmeterschießen (1:1, 1:1, 1:0) für unbändigen Jubel. Für Kagawa und seine Blue Samurai steht dagegen die Heimreise an.

Zumindest die Dortmunder wird es freuen, dass der Japaner rechtzeitig zum Rückrundenauftakt des BVB bei Bayer 04 Leverkusen am 31. Januar wieder an Bord sein wird. An dem verschossenen Elfmeter dürfte der Mittelfeldspieler aber noch ein bisschen zu knabbern haben. Die Japaner vergaben dadurch die Chance auf die Titelverteidigung und den fünften Asien-Cup-Gewinn insgesamt. Dabei waren sie als einer der Topfavoriten gestartet und ohne Gegentor durch die Gruppenphase marschiert.

Vor 19 094 Zuschauern im Stadium Australia gerieten sie aber bereits in der siebten Minute in Rückstand, als Ali Mabkhout Japans Keeper Eiji Kawashima überwand. Neun Minuten vor dem Ende rettete Gaku Shibasaki Kagawa & Co in die Verlängerung. Vor Kagawa hatte Keisuke Honda gleich den ersten Elfmeter der Japaner verschossen. Bei den Emiraten traf danach Khamis Esmaeel nicht.

Kagawa spielte wie Shinji Okazaki vom FSV Mainz 05, Takashi Inui und Makoto Hasebe von Eintracht Frankfurt und Gotoku Sakai vom VfB Stuttgart von Beginn an. Hannovers Hiroshi Kiyotake kam nicht zum Einsatz.

In der Vorschlussrunde treffen die Vereinigten Arabischen Emirate nun auf Gastgeber Australien. Im zweiten Halbfinale stehen sich Südkorea mit dem deutschen Trainer Uli Stielike und Irak gegenüber. Die Iraker hatten sich ebenfalls in einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Iran durchgesetzt. «Keine Worte, um dieses Spiel zu beschreiben», hieß es beim Twitter-Account des Asien-Cups nach der Partie in Canberra, die mit 7:6 im Elfmeterschießen für Irak endete. Es war der erste Endrundensieg der Iraker gegen Iran seit 1996. Die Iraner um den ehemaligen Bundesliga-Profi Ashkan Dejagah scheiterten hingegen schon zum dritten Mal in Serie in der Runde der besten Acht. Sie mussten von der 43. Minute an nach einer Gelb-Roten Karte gegen Mehrdad Pooladi in Unterzahl spielen.

«Ich denke, durch den Platzverweis haben ihre Spieler die Konzentration verloren», sagte Iraks Trainer Radhi Shenaishil, «sie haben zu dem Zeitpunkt 1:0 geführt und hätten entspannter sein müssen». Im zweiten Halbfinale spielen die Iraker nun gegen Südkorea mit dem deutschen Trainer Uli Stielike um den Einzugs ins Endspiel. «Unsere Hauptaufgabe ist nun, dass wir uns erholen», sagte Iraks Coach Radhi Shenaishil. «Ich weiß, das wird kein einfaches Match, aber hoffentlich können wir die Aufgabe am Montag lösen.»