Trotz Terrordrohungen: «The Interview» läuft in US-Kinos

Trotz Terrordrohungen haben sich zahlreiche US-Kinos nun doch für die Vorführung der Nordkorea-Satire «The Interview» entschieden. Der Film soll in unabhängigen Kinos am Weihnachtstag (Donnerstag) anlaufen, wie der Chef von Sony Entertainment, Michael Lynton, mitteilte.

Mindestens 200 unabhängige Kinos bestätigten laut CNN, die Komödie über einen fiktiven Attentatsversuch auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu zeigen. Die Entscheidung sei auch mit der Bundespolizei FBI abgesprochen worden. US-Präsident Barack Obama begrüßte den Schritt.

Nordkorea kämpfte auch mit erheblichen Internetstörungen. Die US-Regierung wollte keine Stellung nehmen, ob sie hinter den Störungen steckt oder nicht.

Auslöser des Wirbels um den Film war ein kürzlicher Hacker-Angriff auf Sony Pictures, für den die USA das kommunistische Nordkorea verantwortlich machen. Das Studio sagte den Kinostart nach der Attacke und Terrordrohungen zunächst ab.

Darauf kam es am Montag in dem isolierten ostasiatischen Land zu einem mehrstündigen kompletten Internetausfall. Auch gestern und heute wurden kleinere Störungen berichtet - Propaganda-Websites waren betroffen, auf die man über einen Server in chinesischen Städten gelange, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Diese Pannen fachten Spekulationen an, es handele sich um eine Vergeltungsmaßnahme Washingtons. Die US-Regierung wollte dies aber weder bestätigen noch dementieren. Außenamtssprecherin Marie Harf weigerte sich am Dienstag mehrfach, auf entsprechende Fragen von Journalisten einzugehen. Sie habe dazu nichts zu sagen. Obama hatte allerdings zuvor Vergeltung angekündigt. 

Unabhängige Kinos in fast der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten wollen den Film laut einer Zählung von CNN zeigen, besonders viele im Hollywood-Heimatstaat Kalifornien. Es könnten landesweit bis zu 300 Kinos werden. 

Art House Convergence, ein Verbund unabhängiger Kinos, hatte Sony in einem offenen Brief seine Unterstützung zugesagt. Die großen Kinoketten wie AMC und Regal schlossen sich dem Start zunächst nicht an. Zudem gab es laut Medienberichten Verhandlungen darüber, den Film zum Download für zu Hause anzubieten.