Trump gewinnt in New Hampshire - Sanders weit vor Clinton

Deutliche Siege für die beiden Favoriten: Mit großem Abstand haben die Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Bernie Sanders die Vorwahlen ihrer Parteien im US-Bundesstaat New Hampshire für sich entschieden.

Hillary Clinton kassierte bei den Demokraten eine schmerzhafte Niederlage. Nach Wahlen in bislang zwei Bundesstaaten haben die Republikaner keinen klaren Sieger.

Nach Angaben des US-Senders CNN entschieden sich nach Auszählung fast aller Stimmen rund 35 Prozent der republikanischen Wähler für den steinreichen New Yorker Politik-Neuling Trump. «Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen!», rief Trump seinen Anhängern zu.

Trump bekam mehr als doppelt so viele Stimmen wie der zweitplatzierte Republikaner John Kasich. Der Gouverneur von Ohio schnitt mit 16 Prozent unerwartet gut ab.

Hinter Trump und Kasich gab machte der texanische Senator Ted Cruz mit 12 Prozent den dritten Platz. Dahinter lagen der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, und Floridas Senator Marco Rubio bei 11 Prozent gleichauf. New Jerseys Gouverneur Chris Christie erhielt 7 Prozent. Abgeschlagen dahinter lagen die frühere Hewlett Packard-Chefin Carly Fiorina (4 Prozent) und der ehemalige Neurochirurg Ben Carson (2 Prozent). 92 Prozent der Stimmen waren laut CNN ausgezählt worden.

Christie, Gouverneur von New Jersey, deutete am Abend an, seinen Verbleib im Wahlkampf überdenken zu wollen.

Bei den Demokraten bekam Sanders in New Hampshire 60 Prozent der Stimmen, Clinton 38 Prozent. Interessant wird nun, ob Sanders im Zweikampf mit Clinton seine großen Erfolge aus dem Nordosten hinaus auch in andere Teile des Landes wird tragen können. Aktuelle Umfragen in den nächsten wichtigen Vorwahlstaaten nähren daran starke Zweifel.

Sanders rief: «Wir haben eine Botschaft gesandt, deren Echo von Washington bis zur Wall Street zu hören sein wird, von Maine bis nach Kalifornien. Und sie heißt: Die Regierung unseres Landes gehört allen Menschen, und nicht nur einer Handvoll Superreichen.»

Clinton zeigte sich nach ihrer Niederlage zuversichtlich und kämpferisch. «Wir werden jetzt für jede Stimme in jedem Staat kämpfen», sagte sie. «Ich werde härter als jeder andere dafür arbeiten, tatsächlichen Wandel herbeizuführen und Euer Leben besser zu machen», rief sie ihren Anhängern zu. Sie gab an, auch bei jungen Wählern stärker punkten zu wollen. Ihr 74-jähriger Kontrahent Sanders hat besonders unter jungen Leuten viel Unterstützung erfahren.

Bei den Republikanern ist das Rennen nach New Hampshire offener als zuvor, es gibt neben Trump derzeit keinen klaren Favoriten. Marco Rubio sagte zu seinem Abschneiden: «Ich bin nicht von Euch enttäuscht, sondern von mir selbst.» Er führte seine Niederlage auf einen verunglückten Auftritt bei der jüngsten Fernsehdebatte mit seinen Mitbewerbern zurück.

New Hampshire war der zweite US-Bundesstaat, in dem die Parteien ihre Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus wählen. Die erste Wahl in Iowa hatte bei den Demokraten hauchdünn Clinton für sich entschieden. Bei den Republikanern hatte Cruz vor Trump und Rubio gewonnen.

Die Wahlkämpfer konzentrieren sich nun auf die nächste Vorwahl in South Carolina (Republikaner) und Nevada (Demokraten) am 20. Februar: South Carolina ist der erste südliche Staat und der erste Bundesstaat mit einem starkem Anteil afro-amerikanischer Wähler.

Am 1. März folgt mit dem «Super Tuesday» ein Highlight im Vorwahlkampf: In 14 Bundesstaaten und einem US-Außenterritorium wird rund ein Drittel aller Wahlparteitags-Delegierten bestimmt. Die Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden auf Parteitagen im Sommer gekürt. Gewählt wird dann am 8. November.