Trump und Clinton untermauern Anwartschaft

Mit beeindruckenden Siegen im US-Bundesstaat New York haben die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Donald Trump die Anwartschaft auf die Präsidentschaftskandidatur für ihre Parteien untermauert.

Trump und Clinton untermauern Anwartschaft
Peter Foley Trump und Clinton untermauern Anwartschaft

Trump siegte bei den Republikanern mit einer klaren absoluten Mehrheit von rund 60 Prozent der Stimmen vor John Kasich und dem abgeschlagenen Ted Cruz.

Clinton setzte sich klar gegen ihren Widersacher Bernie Sanders durch. Die frühere Außenministerin lag nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmbezirke bei rund 58 Prozent der Stimmen, Sanders bei 42 Prozent.

Trump machte bei seiner Ansprache in seinem firmeneigenen Bürokomplex Trump Tower in Manhattan deutlich, dass er als Führender bei der Zahl der Delegierten die Nominierung auf dem Parteitag in Cleveland für sich beanspruchen wird. «Wir führen klar und es ist nicht möglich, uns einzuholen», sagte er. Sein Kontrahent Ted Cruz, der am Dienstag in New York nur auf rund 15 Prozent kam, sei «mathematisch praktisch eliminiert», sagte Trump.

Nach ersten Berechnungen der US-Fernsehsender könnte Trump rund 90 der 95 zur Wahl stehenden Delegiertenstimmen in New York abräumen. Das würde seinen Vorsprung von bisher knapp 200 Delegierten vor Ted Cruz weiter deutlich ausbauen. Es ist aber nach wie vor keine Garantie dafür, dass der Immobilien-Milliardär nach der letzten Vorwahl in Kalifornien am 7. Juni die notwendigen 1237 Delegierten erreicht. Dafür braucht er noch weitere rund 400 Delegierte in den verbleibenden Abstimmungen bis zum großen Finale am 7. Juni in Kalifornien.

Mit der Zahl von mindestens 1237 Delegierten im Rücken könnte Trump auf dem Parteitag in Cleveland im Juli bereits im ersten Wahlgang die Kandidatur an sich reißen. Experten gehen mehr und mehr davon aus, dass Trump nur dann Kandidat der Republikaner werden kann, wenn er im ersten Wahlgang gewinnt. In weiteren Wahlgängen wären die Delegierten nicht mehr an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden und würden eher zu Cruz oder John Kasich tendieren - wenngleich dieser Trend durch Trumps hohen Sieg in New York abgeschwächt worden sein dürfte. Trump hatte den Prozess wiederholt kritisiert.

Bei den Demokraten sicherte sich Hillary Clinton in New York, wo sie einst als Senatorin gewirkt hatte, einen klaren Sieg gegen ihren hartnäckigen Widersacher Bernie Sanders. «Das Rennen für die demokratische Präsidentschaftskandidatur ist auf der Zielgeraden und der Sieg ist in Sicht», erklärte sie in ihrer Siegesrede.

Der 74-jährige Senator aus dem Bundesstaat Vermont, in Brooklyn geboren, hatte bis zuletzt großen Zulauf im Wahlkampf erzielt und gehofft, Clinton schlagen zu können. Seine Anhängerschaft haderte mit dem Wahlsystem, das die Registrierung von Wählern bereits im vergangenen Oktober vorsah. So konnten Tausende, die in den vergangenen Wochen zu Sanders-Fans geworden waren, nicht teilnehmen.

Aufgrund des Wahlsystems bei den Demokraten hat Sanders kaum noch eine realistische Chance, Clinton über die Vorwahlergebnisse einzuholen. Er müsste einen großen Teil der mehr als 700 sogenannten Superdelegierten auf seine Seite ziehen, die beim Parteitag im Juli in Philadelphia unabhängig vom Wahlergebnis abstimmen dürfen. Die meisten von ihnen haben sich jedoch schon für Clinton ausgesprochen, können ihre Meinung aber theoretisch jederzeit ändern.