Trump verspricht Steuererleichterungen und Bürokratieabbau

Viel Wahlversprechen, wenig Vision: In seiner wirtschaftspolitischen Rede in der US-Autostadt Detroit hat Präsidentschaftskandidat Donald Trump den Amerikanern erhebliche Steuererleichterungen in Aussicht gestellt.

Trump verspricht Steuererleichterungen und Bürokratieabbau
Michael Reynolds Trump verspricht Steuererleichterungen und Bürokratieabbau

Außerdem soll mit einem Moratorium für neue Regulierungen die Bürokratie abgebaut und die Gründung neuer Unternehmen erleichtert werden, sagte Trump vor dem Detroit Economy Club.

Der Republikaner-Kandidat für die Nachfolge von Barack Obama als US-Präsident bekräftigte auch seine Absicht, internationale Handelsabkommen neu zu verhandeln oder aufzukündigen, sollten sie zum Nachteil der USA ausfallen. «Amerikanisierung, nicht Globalisierung, das wird unser neues Credo sein», sagte Trump. Eine Isolation der USA sei jedoch keine Option. «Es ist Zeit, den Anker einzuholen, der uns nach unten zieht.»

Wie gewohnt ging Trump bei der mehrfach von - meist weiblichen - Demonstranten unterbrochenen Vorstellung seiner wirtschaftspolitischen Pläne nicht ins Detail. «In den nächsten Tagen werden wir weitere Einzelheiten liefern», kündigte er mehrfach an. «Die Reformen, die ich heute vorgestellt habe, sind nur der Anfang.»

Trump wollte die Rede auch nutzen, um nach tumultartigen Tagen und abstürzenden Umfragewerten mehr Ruhe in seinen Wahlkampf zu bekommen. So ruderte er etwa bei den vorgeschlagenen Steuersätzen auf die Linie seiner Partei zurück. Zunächst hatte Trump einen Höchststeuersatz von 25 Prozent vorgeschlagen. Die Republikaner im Kongress halten dies für nicht finanzierbar. Jetzt will Trump wie die Fraktion im Abgeordnetenhaus 33 Prozent.

Trump kündigte in der Energiepolitik eine Wende zurück zu «alten» Energien an. Er warf Obamas Regierung vor, «einen Krieg gegen die Kohle» zu führen. 50 000 Arbeitsplätze könnten alleine im Bundesstaat Michigan zurückgewonnen werden, wenn die Regulierungen in der Energiepolitik aufgehoben würden.

Internationale Experten dagegen halten das Kohlezeitalter für beendet. Großinvestoren wie der Rockefeller Fonds haben sich in großem Stil aus Geschäften mit fossilen Energieträgern, besonders Kohle, zurückgezogen. Mit dem US-Unternehmen Peabody Energy musste der einst größte Kohlekonzern der Welt Konkurs anmelden.

Trump führte in seiner Rede erneut scharfe Angriffe gegen seine demokratische Kontrahentin Hillary Clinton sowie gegen Amtsinhaber Obama. Die Stadt Detroit, die vom Niedergang der US-Autoindustrie gezeichnet ist, sei ein «lebendiges, atmendes Beispiel des wirtschaftlichen Versagens meiner Kontrahentin», sagte Trump.