Tsipras nimmt Merkel gegen Karikaturen in Schutz

 Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen Vergleiche wegen Deutschlands Nazi-Vergangenheit in Schutz genommen.

«Das heutige Deutschland hat nichts zu tun mit dem Deutschland des Dritten Reichs, das so viel Blutzoll gekostet hat», sagte Tsipras am Montag bei seinem Antrittsbesuch in Berlin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel. «Lassen Sie diese Schatten der Vergangenheit doch hinter sich. Wir müssen die Seite umschlagen und gemeinsam eine Zukunft in Europa schaffen.»

Zum aktuellen Titelbild des Magazins «Der Spiegel», das Merkel in einer Fotomontage vor der Akropolis im Kreis von deutschen Soldaten mit Hakenkreuz zeigt, sagte Tsipras: «Ich finde das sehr ungerecht, dass eine solche Provokation veröffentlicht wird.»

Der Chef der linken Syriza-Partei distanzierte sich auch von seiner eigenen Parteizeitung. «Auch meine Parteizeitung hat etwas Schreckliches veröffentlicht. Da habe ich gesagt: "Das ist kein Witz, den Ihr da macht. Mit der Geschichte darf man nicht scherzen.» Merkel war in Griechenland mehrfach mit Nazi-Symbolen abgebildet worden.